„Den kann ich nicht riechen“ ist meist die Umschreibung für die ablehnende Wahrnehmung eines Gegenübers. Der Geruchssinn des Menschen ist mehr als nur das Riechorgan: die Umgebung wird unterbewusst permanent einer sensorischen Prüfung unterzogen und neue Geruchsspuren analysiert. Dabei werden Basisinformation wie „bekannt-unbekannt“ oder „gefährlich-ungefährlich“ geprüft, das Gegenüber aber auch auf partnerschaftliche Optionen bewertet. So wundert es kaum, dass es inzwischen eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, mit denen „Mann“ seine natürliche Duftnote für seine Umwelt noch angenehmer gestalten kann, damit er mit der Basisinformation „interessant“ bewertet wird.

Das fängt an mit wohlriechenden Handwaschseifen, geht über Duschlotionen und Rasierwasser bis hin zu diversen Duftwässerchen. Herrendüfte in allen Variationen sind auf dem Markt und ebenso wie bei den Frauen, hat jedes Männerprodukt bei jedem Anwender eine eigene Note. Denn der individuelle Duft eines Menschen wirkt in Verbindung mit den Inhaltsstoffen der Duftessenz immer etwas anders und somit behält jeder Mensch seine eigene Note.

Schon aus den Werbebotschaften kann man etwas über den künftigen Duft erfahren: „Versprüht kühle Frische, die an die geheimnisvolle Kraft des Wassers erinnert“ und „der Signaturduft entsteht durch frische Zitrus- und warme Holznoten“ oder „der klassisch-herb-elegante Duft unterstreicht maskuline Natürlichkeit“, so einige der Aussagen. Dabei sind die Grundnoten auf frisch, würzig, holzig, aromatisch, zitrisch oder orientalisch ausgerichtet, die je nach gewünschtem Typ auch jahreszeitliche Betrachtungen nach sich ziehen.

Die Auswahl der verschiedenen Männerdüfte ist je nach Typ von „herb und wild“ bis hin zu „sanft und lieblich“ vielfältig; die Wahl des passenden Duftes ist nicht immer einfach. Auch die Intensität des Duftes kann variiert werden. Denn Duft ist nicht gleich Duft, je nach Intensität und Haltbarkeit des Duftes unterscheidet man mehrere Duftarten. Dabei ist der prozentuale Anteil des enthaltenen Duftöls der entscheidende Faktor: drei bis fünf Prozent Duftölanteil ergeben ein Eau de Cologne, sechs bis neun Prozent ein Eau de Toilette und ein Duftölanteil von über neun Prozent macht ein Eau de Parfum aus, welches dann auch am intensivsten und längsten den Duft abgibt.

Dabei nimmt der Geruchssinn zuerst die Kopfnote eines Duftes wahr, die meist aus leichten Duftnoten besteht und nach mehreren Minuten wieder verfliegt. Die Herznote wird erst wahrgenommen, wenn die Kopfnote sich verflüchtigt hat, durchschnittlich nach ca. 15 Minuten, und sollte dann für mehrere Stunden erhalten bleiben. Die Basisnote mit ihren schwereren Duftnoten setzt sich dann ganz zum Schluss durch und ist auch am längsten präsent.

Auch die Menge und die ausgewählte Körperstelle sind von entscheidender Bedeutung bei der Benutzung des Duftes. Dabei spielt auch die Hauttemperatur eine wichtige Rolle. Hals und Handgelenk versprechen zwar einen schnellen Dufterfolg, die Wirkung kann aber schnell wieder ab ebnen, da diese Stellen doch eher kühl bleiben, im Gegensatz zu Bauchnabel, Kniekehlen oder innere Ellenbogen.
Und bei der Menge zählt „weniger ist mehr“, denn ein zu viel wirkt schnell penetrant. Zum Beispiel ist der Geruchssinn beim Essen vorherrschender als der Geschmackssinn, ist also der Duft hier zu aufdringlich, leiden auch die Geschmacksnerven und das Essen schmeckt nicht mehr – ein Fauxpas an den Gastgeber.

Welcher Duft nun der richtige ist, zeigt sich erst beim Probieren. Und dazu sollte man sich Zeit nehmen! Den Duft grundsätzlich auf der eigenen Haut ausprobieren, denn dort zeigt er nach Verflüchtigung der Kopfnote den wahren, körpereigenen Duftcharakter. Natürlich sollte der Duft auch immer dem Anlass entsprechen.