Was haben der Stargeiger David Garrett, der Sänger Gil Ofarim, der Schauspieler Johnny Depp und die Promi-Brüder Tom und Bill Kauliz gemeinsam? Richtig: Sie tragen lange Haare! Aber auch Otto- Normalverbraucher setzt vermehrt auf üppige Mähnen. Wir verraten Ihnen, wie Mann seine Haarpracht stylish bändigt.

Warum entscheiden sich Männer für lange Haare? Weil die Herren der Schöpfung das schon vor tausenden von Jahren so gemacht haben? Der ständige Friseurbesuch vielleicht lästig ist? Ihr prominentes Vorbild das auch tut? Oder weil sie sich von Männern mit Kurzhaarfrisuren optisch abheben wollen? Letzteres dürfte in den meisten Fällen zutreffen. Männer mit langen Haaren bilden eine Spezies für sich. Sie sind selbstbewusst (lange Haare ziehen die Blicke auf sich), haben Geduld (bis die Haare die gewünschte Länge erreicht haben) und besitzen dichtes kräftiges Haar ohne deutliche Geheimratsecken. Das ist nämlich die Voraussetzung, damit die Langhaarfrisur sexy wirkt und nicht als ungepflegte Verlegenheitslösung durchgeht.

Mehr Jugendlichkeit

Volles Haar strahlt immer ein gewisses Maß an Jugendlichkeit aus. Langes Haar bedeutet optisch auch viel Haar – vorausgesetzt, es wächst auf dem ganzen Kopf und nicht nur als Haarkranz. Je nach Styling wecken langhaarige Männer unterschiedliche Assoziationen. Da gibt es den Rebellen, der sein Haar stets offen trägt, den Künstler, der einen simplen tiefen Pferdeschwanz bindet, den Latino, der sein Haar glatt zurück gelt, den Surferboy mit wilder sonnengebleichter Lockenmähne, den Rastaman mit vielen kleinen Zöpfchen und den modisch aufgeschlossenen Individualisten, der mit seiner Frisur gerne experimentiert.

Wenn langes Haar bei Männern lässig wirken soll, darf es auf keinen Fall frisch geföhnt aussehen. Deshalb die Mähne am besten an der frischen Luft trocknen lassen und nur mit den Fingern durchkämmen. Wer feminine Gesichtszüge hat, sollte sich einen Bart stehen lassen – für den maskulinen Touch. Das Easy-Going-Styling ist in jedem Fall der schlichte Haargummi, der die Strähnen hinten einfach zusammenhält. Aber es geht auch viel individueller und modischer, wie unsere Beispiele beweisen.

Der Männer-Dutt

Diese Männerfrisur war schon bei den Samurai-Kriegern beliebt, weil sie die Haare beim Kampf aus dem Gesicht hielt. Heute wird der Dutt von friedliebenden Künstlern und Musikern bevorzugt. Er kann im Nacken oder auf dem Hinterkopf getragen werden und funktioniert bei glatten Haaren genauso wie bei Lockenköpfen. Hauptsache, er kommt lässig rüber. So wird’s gemacht: Voraussetzung ist gepflegtes, füllig wirkendes Haar (fettiges Haar macht den Look zunichte). Für mehr Volumen sorgt etwas Styling-Gel. Haare locker nach hinten führen und den Dutt an der gewünschten Stelle mit einem farblich zum Haar passenden Haargummi zusammenbinden. Bei glattem Haar gerne ein paar Strähnen ins Gesicht fallen lassen. Avantgardisten kombinieren den Dutt mit einem Bart, der in einen Undercut übergeht. Hier sind dann nur die Deckhaare lang.

Der Männer-Zopf

Dieser Trend kommt aus den USA und ist längst nicht mehr nur bei Rockern angesagt. Kreative und Mutige dürfen sich bei dieser Frisur austoben, denn ein Zopf muss nicht alleine bleiben. Nur von seitlichen Kleinmädchenzöpfen sollte Mann Abstand nehmen. Wer beim Flechten noch üben muss, kann sich ja für den Anfang Hilfe bei seiner Partnerin holen. Für einen hoch angesetzten Mittelzopf auf dem Oberkopf drei gleich dicke Strähnen abteilen und flechten; dabei stets von den Seiten jeweils eine weitere Strähne mit einarbeiten. Das Zopfende mit einem Haargummi fixieren und eventuell kleine Strähnchen aus dem Geflecht herausziehen – für mehr Lässigkeit. Wer glatte Haare hat, kann im noch nassen Haar einen Mittelscheitel ziehen, die Haare fest nach hinten führen und am Hinterkopf einen Pferdeschwanz binden.

Die Struktur der Haare hat entscheidende Auswirkungen auf den Look. Also immer ausprobieren, was einem am besten steht. Dabei darf jedoch eine Prämisse nie außer Acht gelassen werden: Die Haare müssen stets sauber und gepflegt sein.