Alles geht auf Hildegard von Bingen zurück. Die im zwölften Jahrhundert lebende Äbtissin, Kirchengelehrte und Heilkundlerin sprach bereits von der heilenden Kraft edler Steine. Ein großer Teil ihrer medizinischen Arbeit ist in ihrem Buch “Physica” zusammengefasst. Demnach wohnen Steinen ebenso heilende Kräfte inne wie Pflanzen, weshalb sie den Heilsteinen eine so große Bedeutung beimisst. Dieses Wissen hat bis in unserer Zeit überlebt. Viele Heilpraktiker, Alternativtherapeuten und Komplementärmediziner beziehen sich auch heute auf die visionäre Geistliche, deren über 800 Jahre alte Erkenntnisse in unseren Tagen durch wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt werden. Viele sehen in ihr eine frühe Vertreterin der multimodalen Medizin, wie sie heute Anwendung findet.

Vom Edelsteinwasser zur Wellnesskur

Dass Edelsteine zu Heilzwecken nur als begleitende Maßnahme zu anderen Therapieformen eingesetzt werden sollten, wusste bereits Hildegard von Bingen. Allerdings stellt sich immer deutlicher heraus, dass Edelsteine in unterschiedlichen Bearbeitungsformen gerade im Bereich der Wellness nachhaltige Ergebnisse erzielen können. Auch das hat eine lange Tradition: Bereits in der Antike kannte man das sogenannte Steinwasser, in das zur Anreicherung bestimmte Steine eingelegt wurden. Durch das Trinken sollten so nützliche Energien in den Körper gelangen und dort Heilprozesse auslösen.

Mittlerweile sind die Verfahren stark verfeinert worden. Heutiges Edelsteinwasser ist das Ergebnis eines ausgeklügelten Herstellungsverfahrens, bei dem für die energetische Übertragung besonders geeignete Steine in Berührung mit gut informierbarem Wasser gebracht werden. Damit ist Wasser gemeint, das darauf vorbereitet wurde, die von den Steinen abstrahlenden Energien besonders gut aufnehmen zu können.

Edelsteinwasser soll eine der wirksamsten Therapien gegen karmische und seelische Blockaden sein. Weitere Anwendungsfelder richten sich auf die inneren Organe und die Haut. Prinzipiell wirkt Edelsteinwasser bei allen Gleichgewichtsverlagerungen der menschlichen Chakren.

Besonders wegen der sehr starken Wirkung von Edelsteinwasser sollte man darauf verzichten, es selbst herzustellen. Es gibt neben den hygienischen Aspekten auch bei der Wahl der richtigen Steine und der Vitalisierung des Wassers einiges zu beachten, das sich bei der Eigenherstellung nicht optimal umsetzen lässt.

Massagen mit Edelsteinen

Ein zentrales Anwendungsfeld von Edelsteinen im Bereich Wellness ist die Massage. Hier kommen die edlen Mineralien auf zwei Arten zum Einsatz: einerseits als Edelsteinöle, die meist in erwärmten Zustand auf die Haut aufgetragen werden, andererseits fungieren die Steine selbst als Massagewerkzeug, wobei verschiedene Formgebungen unterschiedliche Effekte auslösen. So gibt es beispielsweise Massagesteine in Kissenform, als Griffel oder Kugeln.

Massagegriffel haben zwei ganz unterschiedliche Anwendungsflächen. Die Spitzen lassen die lokal platzierbare, exakte Behandlung bestimmter Reflexpunkte zu, weshalb sie das ideale Instrument für die Reflexzonenmassage darstellen, unterstützt durch den energetischen Einfluss des Edelsteins. Viele Griffel sind asymmetrisch geformt, so dass es an den beiden Enden zwei unterschiedlich große Reflexflächen gibt. Die Breitseite ist für die flächige Ausgleichsmassage gedacht, die entweder zur Vorbereitung oder als Entspannungsphase nach der Reflexzonenmassage eingesetzt werden kann. Bevorzugte Materialien für Massagegriffel sind – neben vielen anderen – Aquamarin, Bergkristall, Carneol und Eldarit.

Kissensteine weisen, wie der Name schon sagt – eine kissenartige Form auf. Auch sie haben unterschiedliche Anwendungsflächen, sind aber dennoch mehr auf die großflächige Anwendung und nicht auf die direkte Ansprache der Reflexzonen optimiert. Wegen ihres Gewichts eignen sich Kissensteine auch sehr gut als Auflegesteine, beispielsweise im erwärmten Zustand. Für die Anwendung als Massagesteine sollten ausschließlich Seifensteine zur Anwendung kommen, beispielsweise Achat, Antophyllit oder Aventurin.

Kugelsteine verfügen nur über eine überall gleich große Anwendungsfläche, die zwischen flächiger und punktueller Anwendung liegt. Sie eignen sich vor allem für rollende Massagetechniken.

Edelsteinmassagen dienen vor allem der Entspannung und dem Wohlbefinden. Auch sollen sie die körpereigenen Selbstheilungskräfte befeuern, neue Lebensenergie erzeugen und zur Harmonisierung zwischen Geist und Körper beitragen. Dies geschieht hauptsächlich durch das gezielte Ansteuern spezieller Meridiane und Reflexpunkte, auf die mit dem Massagestein ein genau dosierter Druck ausgeübt wird.

Energetische Kosmetik mit Edelsteinen

Dass Hildegard von Bingens Lehre von der energetischen Kraft der Steine mittlerweile auch in der Kosmetik angekommen ist, darf nicht verwundern. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Herstellungsprozesse, doch den meisten ist gemeinsam, dass die Steine zu feinem Mineralstaub zermahlen werden und in dieser Form Eingang in die jeweiligen Rezepturen finden. Dort sollen sie vor allem bei der Hautregeneration und der Straffung wirken. Die Mineralien bewirken darüber hinaus die Stärkung und Belebung der Haut einschließlich der darunter liegenden Schichten. Auch die Feuchtigkeitszufuhr und der Stoffwechsel in den Zellen soll durch die edlen Steine intensiviert werden.

Die geläufigsten Steinsorten in Kosmetika sind unter anderem Amethyst, Bergkristall, Rosenquarz und Bernstein. Aber auch ausgefalleneren Sorten wie Turmalin kommen zunehmend zur Anwendung. Hier einige typische Kosmetikprodukte, die Edelsteinpulver enthalten:

Edelsteinseife mit Jade eignet sich für jeden Hauttyp. Sie erlaubt eine besonders natürliche und schonende Reinigung der Haut und – durch den energetischen Einfluss der Steine – auch der Seele. In der Regel enthält Jadeseife auch hochwertige Pflanzenöle – beispielsweise Geraniumöl oder Melissenöl – und eine Reihe weiterer Wirkstoffe, um die Haut geschmeidig zu machen und vor dem Austrocknen zu bewahren.

Edelsteinöl ist die ideale Kur bei sehr trockener Haut. Hier kommt meist eine Kombination aus Edelsteinen und regenerativ wirkender Öle zum Einsatz. Eine typische Zusammensetzung wäre beispielsweise Amethyst, Granat, Rosenquarz und Bergkristall in Verbindung mit Mandelöl, Jojobaöl und Chiasamenöl.

Für angegriffene und trockene Haut eignet sich die Perlenmaske als wohltuende Kur. Sie sollte einmal wöchentlich aufgetragen werden. Die Perlenmaske führt der Haut Feuchtigkeit zu und wirkt regenerierend. Zusätzlich hat sie glättende und straffende Wirkung. Typische Inhaltsstoffe sind neben dem Perlenpulver Caffein und Aloe Vera.

Ein echtes Allroundprodukt für den Tag und die Nacht ist die Diamantcreme. Die für jeden Hauttyp geeignete Creme dient vor allem der Regeneration, um die Haut geschmeidig und zart zu machen. Neben Diamant kommt in diesem Produkttyp oft auch Perle und Amethyst zum Einsatz, vielfach unterstützt durch Vitamin E und Arganöl.

Die auf Orchideenextrakt basierende Orchideenmilch für jeden Hauttyp dient vor allem der Reinigung. Hier kommen meist zusätzlich Meersalz und Mandelöl zur Anwendung, gewöhnlich kombiniert mit den Edelsteinen Perle und Amethyst. Orchideenmilch eignet sich sehr gut zur Vorreinigung vor Anwendung eines Peelings wie beispielsweise dem folgenden.

Diamant-Peelings sind gewöhnlich mit einem Gesichtstonic als Aktivator angereichert. Eine typische Ausführung ist die Kombination aus Diamantpulver und Hyaluronsäure, was die gleichzeitige Tiefenreinigung und Hautregeneration zur Folge hat. Das Pulver entfernt Verhornungen und Hautschüppchen, während die übrigen Zutaten für die Durchblutung sorgen. Das Diamant-Peeling erlaubt den intensiven Reinigungsprozess ohne das übliche Spannungs– oder Trockenheitsgefühl, das bei Peelings oft anzutreffen ist.

Fazit

Edelsteine bei Wellness und Kosmetik haben eine jahrhundertealte Tradition. Besonders der energetische Einfluss auf körperliche und seelische Prozesse sollen Edelsteine zu einer besonderen Substanz machen – sowohl als Bestandteil von Produkten wie Massageöle und Kosmetika als auch als Instrument zur therapeutischen Anwendung wie beispielsweise Massagesteine.