Angeblich sollen ja Promis wie Victoria Beckham und Tom Cruise auf eine Reinigungsmaske mit Nachtigallenkot schwören. Das ungewöhnliche Facial stammt – man ahnt es schon – aus Japan, dem Nachtigallen-Verehrer-Land. Was darf man von Vogelexkrementen in Kosmetika halten?

Ist ja irgendwie auch Naturkosmetik, die Vogelkacke. Und Naturkosmetik liegt nach wie vor im Trend. Warum also nicht mal Vogelkot, wenn’s schön macht? In Japan reicht die Geschichte des sogenannten „Geisha Facial“ bis zurück ins 17. Jahrhundert. Die Singvögel, welche die wertvollen Fäkalien mit besonders viel Aminosäure produzieren, werden auf speziellen Farmen gezüchtet und ausschließlich mit pflanzlichen Samen ernährt. Für eine Behandlung werden die Exkremente getrocknet und pulverisiert, dann mit Wasser angerührt und, gemischt mit Reiskleie, aufs Gesicht aufgetragen. Dadurch soll die Haut reiner und zudem auch heller werden. Die Maske wird kalt aufgetragen und fühlt sich entspannend an. Besonders Geishas schwören angeblich darauf. Die Wirksamkeit lässt sich wissenschaftlich nicht wirklich belegen. Doch zumindest ein Inhaltsstoff gilt als wirksam: Aufgrund ihrer Anatomie differenziert die Nachtigall nicht zwischen festen und flüssigen Ausscheidungen. So enthält das „Geisha Facial“ den in der Kosmetik wohlbekannten Harnstoff (Urea), welcher nachweislich den Feuchtigkeitsgehalt der Haut reguliert, sowie das Enzym Guanin. In Promi-Kreisen sind Nachtigallenkot-Masken besonders bei Jüngeren, die unter Akne leiden, ein Geheimtipp. Wer so ein Facial einmal ausprobieren möchte, muss allerdings recht tief in die Tasche greifen.