Zugegeben: Es gibt von Naturkosmetik-Anbietern eine Fülle an Beauty-Produkten speziell für ökologisch denkende, gesundheitsbewusste Männer. Doch wie handfeste Herren gerne in Baumärkten Sachen zum Selbermachen kaufen, möchten sie manchmal auch bei Körperpflegeprodukten ganz genau wissen, was drin ist – natürlich nur Natürliches – und stolz darauf verweisen können, alles selbst angerührt bzw. gemixt zu haben. Früher Chemiebaukasten – heute Beauty-Labor. Super!

Die Rohstoffe zum Selbermachen von Kosmetik sind auf speziellen Websites im Internet oder auch in der Apotheke zu finden. Da gibt es z. B. Basisöle, Emulgatoren, Pflanzenextrakte, Konservierer, natürliche Duftstoffe, ätherische Öle und vieles mehr. Halt alles, was Hobby-Kosmetikhersteller an Material für ihren Eigenbedarf benötigen. Die entsprechenden Rezepte und Anleitungen sind meist auch gleich dabei.

Eine Creme ist im Drogeriemarkt schnell gekauft und kann günstig sein. Doch wer seine Kosmetik selbst macht, weiß genau, was in ihr steckt. Man entscheidet sich bewusst für jeden verwendeten Rohstoff und für jedes Konservierungsmittel. Nur dann bekommt man, was man wirklich will. Wer sich längerfristig mit dem Thema DIY-Naturkosmetik befassen will, braucht eine gewisse Grundausstattung an Rohstoffen bzw. Equipment. Das erfordert erst einmal Investitionen. Doch diese amortisieren sich recht schnell, wenn man sein neues Hobby lieb gewonnen hat. Und Gefallen gefunden hat an individuellen Pflegeprodukten, die es so kein zweites Mal gibt.

Also Männer: Ran an den „Baukasten“ und munter losgerührt! Kochende Männer sind derzeit „in“, aber Selbermacher in Sachen Kosmetik sind noch „inner“. Am besten, ihr fangt mit Produkten an, die typisch männlich sind: Bartöle und Aftershaves.

Rezeptur Bartöl

Hier das Grundprinzip für ein Bartöl, das im Duft individuell angepasst werden kann. Der Allrounder unter den Basisölen ist das geruchsneutrale und gut verträgliche Jojobaöl. Dieses wird für den Duft mit ätherischen Ölen oder Duftölen gemischt – fertig. Zur Stabilisation kann Tocopherol hinzugefügt werden, das antioxidativ wirkt. Es gibt aber auch Trägeröle mit einem gewissen Eigengeruch, der in Kombination mit Duftölen oder ätherischen Ölen spannende Ergebnisse bringen kann. Bei strapazierter Haut bietet sich als Basis Arganöl an oder Cacay-Öl; problematische Haut freut sich über Nachtkerzenöl, fleckige Haut über Wildrosenöl. Grundsätzlich gilt: Alles, was der Haut gut tut, wird dem Bart nicht schaden.

Rezeptur Aftershave

Ein Aftershave soll die Haut beruhigen, desinfizieren, dezent frisch riechen und im besten Fall auch pflegen. Wer hier selbst tätig werden möchte, wählt als leichtes Basisöl Jojoba-, Mandel- oder Aprikosenkernöl. Bei rissiger und durch die Rasur gereizter Haut ist Ringelblumen- oder Calendualextrakt wohltuend. Vitamin C wirkt entzündungshemmend, stark antioxidativ und feuchtigkeitsbindend; Aloe Vera gilt als der Feuchtigkeitsbewahrer überhaupt. Das sind alles nur Wirkstoff-Beispiele. Als Konservierung eignet sich z. B. eine Kombination aus wenig Alkohol und Kaliumsorbatlösung. Für den Duft ist ein Sprühstoß vom Lieblings-Eau de Toilette zuständig. Die Auswahl an natürlichen Grundstoffen für Kosmetika und die Kombinationsmöglichkeiten sind so umfangreich, dass an dieser Stelle leider keine detaillierten Rezepte mit genauen Mengenangaben und Anleitung aufgeführt werden können. Diese findet Mann, wie erwähnt, im Internet.

Haltbarkeit

Selbstgerührte Kosmetika sind bei sauberer Herstellung, empfohlener Konservierung und entsprechender Lagerung bis zu drei Monate haltbar. Deshalb am besten immer nur kleine Chargen herstellen. Wer also experimentierfreudig ist und auch in Sachen Kosmetik gerne „bastelt“, sollte sich nicht nur mit Kiefernholz aus dem Baumarkt befassen, sondern evtl. auch mit Sandelholz aus der Drogerie. Weil es schön macht. Einen Versuch ist es bestimmt wert.