Die Tradition der Herstellung von hausgemachter Körperpflege ist seit jeher Teil vieler Kulturen auf der ganzen Welt, wobei die Rezepte oft über Generationen weitergegeben werden. In den letzten Jahren hat die selbst gemachte Körperpflege im Zuge der grünen Schönheitsbewegung eine Renaissance erlebt.

Hier gibt es die wichtigsten Schritte und Dinge, die bei der Herstellung eigener Kosmetik zu beachten sind.

Die richtige Pflegeformel

Der erste Schritt bei der Entwicklung eines selbst gemachten Hautpflegeproduktes ist, eine geeignete Pflegeformel zu finden – eine, die nicht nur die Haut pflegt, sondern auch sicher und stabil in der Anwendung bleibt. Bei der Auswahl verschiedener natürlicher Inhaltsstoffe sollte unbedingt auch auf die Wechselwirkung untereinander geachtet werden.

Sobald die Inhaltsstoffe feststehen, braucht man professionelle und auf den Hauttyp abgestimmte Rezepte. Um seriöse Rezepte für selbst gemachte Hautpflege zu finden, achtet man im Internet auf vertrauenswürdige Seiten oder geht gleich zu seinem Hausapotheker.

Bei der Wahl der Rezeptur ist zu beachten, dass nicht alle Produkte zur Körperpflege zu Hause hergestellt werden können. Sonnenschutzmittel zum Beispiel erfordern sowohl technisches als auch beträchtliches kosmetisch-wissenschaftliches Fachwissen, um sicher zu sein.

Natürliche Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe vermeiden mikrobielles Wachstum und verlängern die Haltbarkeit eines Produktes. Den meisten kosmetischen Produkten werden Konservierungsstoffe zugesetzt. Enthält die Rezeptur Wasser, bietet sie die idealen Bedingungen für das Wachstum von Bakterien und Pilzen.

Ein Konservierungsmittel sollte ein breites Spektrum aufweisen, d. h. es sollte die Formulierung vor dem mikrobiellen Wachstum sowohl gramnegativer als auch grampositiver Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen schützen. Natürliche Konservierungsmittel sind im Fachhandel zu beziehen.

Vorsicht ist mit Rezepten geboten, die Wasser, Ton, Honig und Früchte enthalten, da diese am ehesten sehr schnell verderben. Diese Inhaltsstoffe benötigen ein geeignetes, oft starkes natürliches Konservierungssystem, um ihre Stabilität und Sicherheit über die gewünschte Haltbarkeitsdauer zu gewährleisten.

Wasserfreie Produkte stellen ein geringeres Risiko für die Entwicklung von mikrobiellem Wachstum dar, weshalb sich viele Hersteller von organischen Hautpflegeprodukten dazu entschließen, wasserfreie Formulierungen für ihre selbst gemachte Hautpflege zu entwickeln. Beachten Sie einfach, dass wasserfreie Formulierungen anfällig für Oxidation und Ranzigwerden sind. Um diesen Abbauprozess zu verlangsamen, ist es ratsam, der Rezeptur ein Antioxidans wie Vitamin E beizufügen.

Eine Verunreinigung kann schon geschehen, bevor die sichtbaren Zeichen von mikrobiellem Wachstum auf der selbst gemachten Hautpflege zu sehen ist. Wer auf Konservierungsmittel verzichten möchte, sollte nur wasserfreie Produkte herstellen.

Auf die richtige Menge kommt es an

Da es fast unmöglich ist, das wahrscheinliche Verfallsdatum von selbst gemachten Hautpflegeprodukten zu kennen, ist einer der besten Tipps, kleine Mengen herzustellen. Das bedeutet nicht nur, dass natürliche Inhaltsstoffe so frisch wie möglich sein sollen, sondern man auch regelmäßig mit verschiedenen Zutaten spielen kann, um eine frische Charge zu zaubern.

Wasserfreie Produkte können in größeren Mengen hergestellt werden. Aber hierbei ist es notwendig, ein Antioxidationsmittel wie Vitamin E oder Rosmarin-Extrakt hinzuzufügen, um den Produktabbau zu verlangsamen.

Inhaltsstoffe richtig abmessen

Zutaten müssen, sowohl Flüssigkeiten als auch Feststoffe, mit einer digitalen Waage abgemessen werden. Die Gewichtsmessung ist die genaueste Methode und ermöglicht es, die richtige Balance der Inhaltsstoffe in der Rezeptur zu haben. Eine genaue Waage ist wichtig, wenn Sie mit der Herstellung von selbst gemachter Hautpflege beginnen.

Das Volumen der flüssigen Inhaltsstoffe variiert je nach Dichte und Temperatur, und man kann leicht die empfohlene Konzentration überschreiten, wenn man sie in Tropfen misst, insbesondere wenn man Inhaltsstoffe wie ätherische Öle in sehr niedrigen Konzentrationen hinzufügt. Darüber hinaus sollte die Rezeptur schriftlich fixiert und mit Prozentsätzen versehen werden, damit kann die Charge immer wieder reproduziert oder auch auf größere Mengen skaliert werden.

Anwendungsempfehlungen befolgen

Einer der Hauptgründe für selbst gemachte Kosmetikprodukte ist, dass man weiß, was in den Schönheitsprodukten enthalten ist. Dabei sind nicht nur die Inhaltsstoffe selbst wichtig, sondern auch die Art und Weise, wie sie für die Pflegeprodukte verwendet werden.

Bei der Herstellung eigener Kosmetika können einige Inhaltsstoffe wie bestimmte Trägeröle in 100-prozentiger Konzentration verwendet werden. Für viele andere Inhaltsstoffe gibt es jedoch strenge Dosierungsempfehlungen. Wenn zum Beispiel mit ätherischen Ölen gearbeitet wird, sollten die Grenzen der Haut beachtet werden. Dasselbe gilt für Konservierungsstoffe – Sie müssen deren empfohlene Anwendungsmengen einhalten, um sicher und wirksam zu sein.

Ätherische Öle und natürliche Konservierungsstoffe gehören zu den Inhaltsstoffen, die bei manchen Menschen eine Sensibilisierung hervorrufen können, und es ist daher unbedingt erforderlich, dass die vom Lieferanten oder Hersteller empfohlenen Verwendungsgrenzen eingehalten werden, um sichere Kosmetikprodukte herzustellen.

PH-Wert messen und anpassen

Die Messung des pH-Wertes eines Produktes ist ein einfacher Schritt, der bei der Formulierung selbst gemachter Hautpflege nicht ausgelassen werden darf. Der pH-Wert beeinflusst viele wichtige Eigenschaften der Formulierung. Zum Beispiel ist am pH-Wert eines Produktes zu erkennen, ob das gewählte Konservierungsmittel effektiv und sicher wirkt.

Der pH-Wert sollte im leicht sauren Bereich liegen, um so den hauteigenen Säureschutzmantel zu unterstützen. Man braucht dazu kein Hightech-pH-Meter, um den pH-Wert der selbst gemachten Kosmetika zu messen. Es gibt pH-Streifen, die leicht erhältlich und erschwinglich sind.