Der Wunsch, äußerlich jung und attraktiv auszusehen, ist so alt wie die der Homo Sapiens selbst. Menschen haben stets mit allen möglichen Mitteln versucht, den Alterungsprozess der Haut zu verlangsamen. Ganz stoppen lässt er sich leider nicht, aber die Kosmetikindustrie und die ästhetische Chirurgie haben Wege gefunden, der Jungerhaltung des Gesichts ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

Weit vorne im Ranking der Anti-Aging-Mittel steht die Schönheits-Chirurgie. Diverse Lifting-Verfahren heben die Gesichtszüge an oder ziehen Falten glatt. Sehr oft sorgen Chirurgen auch dafür, dass weder Tränensäcke noch hängende Augenlider die Optik stören. Wer sich nicht unters Skalpell legen möchte, kann mit sog. minimalinvasiven Verfahren wie chemischen Peelings, Unterspritzungen mit Hyaluron, Botox-Injektionen und ähnlichen Methoden die Konturen straffer, die Haut faltenfreier und den Teint damit jugendlicher aussehen lassen. Zumindest für eine gewisse Zeit, denn die Effekte halten nicht ewig. Und ins Geld gehen chirurgische Eingriffe auch. Da sollte man sich das Verhältnis von Aufwand und Ertrag schon gut durch den Kopf gehen lassen. Als in der Regel günstigere Alternative gelten langfristig angewandte Anti-Aging-Kosmetika – und zur Vorbeugung! Menschen, die viel Wasser trinken, sich selten schädlicher UV-Strahlung aussetzen, sich ausgewogen ernähren, nicht rauchen und einen maßvollen Umgang mit Alkohol pflegen, bewahren sich eine größere Chance, im Alter eine straffere und frischere Haut zu erhalten.

Bei den Kosmetika erzielt nicht jedes Mittel bei jeder Haut den gleichen Effekt. Denn der Vorgang der Alterung ist ebenso komplex wie individuell verschieden. Ihm liegt sowohl eine genetische Disposition – einige Menschen altern langsamer als andere – als ein unterschiedlicher Umgang mit den Risikofaktoren zugrunde. Während innere, genetisch programmierte Mechanismen nicht beeinflussbar sind, lassen sich zumindest die äußeren Faktoren kontrollieren, je früher desto besser. Neben einem achtsamen Lebensstil kann die Wahl der individuell richtigen Kosmetikpräparate unterstützend wirken.

Bei älteren Menschen nimmt grundsätzlich die Fähigkeit zur Zellteilung ab. Die Erneuerung der Haut, insbesondere der Hautbestandteile Elastin, Kollagen und des Bindegewebes, dauert etwa ab dem 30. Lebensjahr zunehmend länger. Die Fasern, welche die Elastizität der Haut garantieren, werden schwächer ausgebildet. Gleichzeitig steigt die Hauttrockenheit und in der Folge nimmt auch die Faltenbildung zu. Das Unterhautfettgewebe nimmt ab, was die Haut ausdünnt. Das Adergeflecht der Unterhaut wird sichtbar. Die Versorgung der Haut mit Nährstoffen und ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, werden schlechter. Das Ergebnis: So wie der gesamte Organismus verliert auch die Haut an Substanz. Das erklärte Ziel jeder Anti-Aging-Behandlung ist daher, die Erneuerung der Haut anzukurbeln. Darauf sind auch die Inhaltsstoffe der Anti-Aging-Produkte ausgerichtet, z. B. Coenzym Q10, Hyaluronsäure, Betacarotin, Retinol oder Liponsäure und Pflanzenöle.

Erste Kennzeichen reifer Haut sind Fältchen an den Augenwinkeln, Nasolabialfalten sowie Stirnfalten. Dazu kommen Augenringe und Falten am Hals. Weil das Pigment Melanin zunehmend unregelmäßig in der Haut eingelagert wird, entstehen die sog. Altersflecken – harmlos, aber nicht besonders ästhetisch. Um den Zeichen der Zeit kosmetisch zu begegnen, stehen viele Wege offen. Eine reife Haut ist in der Regel auch eine trockene Haut. Daher sollten Betroffene um lange heiße Vollbäder, die die Austrocknungserscheinungen noch verstärken, einen Bogen machen. Eine kurze, warme Dusche ist völlig ausreichend. Rückfettende Körperöle und Cremes unterstützen den Fetthaushalt der Haut. Alkoholhaltige Reinigungsmittel sollten dagegen gemieden werden. Seifen sollten einen hautähnlichen pH-Wert von circa 5,5 haben wie z. B. sog. Syndets. Daneben sind spezielle Reinigungsprodukte für reife Haut erhältlich, die viel Fett enthalten. Bei Pflegecremes sollte auf einen hohen Feuchtigkeitsgehalt und speziell bei der Nachtcreme auf Reichhaltigkeit geachtet werden. Ein besonderes Augenmerk sollte auf den Hautpartien um die Augen und den Hals liegen, Partien, für die es Spezialprodukte gibt.

Einige der Zusätze in Cremes und anderen Pflegeprodukten zur äußeren Anwendung haben den Nachteil, dass sie nicht in tiefere Hautschichten eindringen können – ihre Moleküle sind hierfür zu groß. Um die Haut von innen zu pflegen und ihr wichtige Stoffe zuzuführen, gibt es als Ergänzung zu Cremes Kapseln, Pulver oder andere Präparate zum Einnehmen. Sie enthalten neben Vitaminen häufig Kollagen oder Hyaluronsäure. Über den Blutkreislauf gelangen die Stoffe in die tieferen Hautschichten und sollen dazu führen, dass die Haut besser Feuchtigkeit speichern kann und insgesamt praller und frischer wirkt.