Sie sind unsere ganz persönliche Visitenkarte. Dabei werden sie nicht beim Kennenlernen dezent überreicht, sondern fallen vielmehr ganz nebenbei ins Auge: Unsere Hände, ganz besonders unsere Fingernägel. Sollten die nicht gepflegt und gesund aussehen, rümpft das Gegenüber gerne mal die Nase. Ein Blick genügt und man wird in eine Schublade gesteckt: ungepflegt.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, gönnen wir uns vor der Fingernagelpflege ein ausgiebiges Pflegeprogramm auch für die Hände. Und das ist gar nicht so aufwendig, wie man meinen mag. Beginnen wir also mit einem selbstgemachten Handbad:

  • Kamillensud oder Milch, handwarm
  • ein Esslöffel Oliven-, Jojoba- oder Mandelöl
  • ein Esslöffel Honig

Anwendung: Zutaten in eine Schale geben. Hände ca. 15 bis 20 Minuten im Aufguss baden. Anschließend die Hände mit lauwarmem Wasser waschen und trocken tupfen.

Nach dieser perfekten Grundlage geht’s an die Feinarbeit. Und die beginnt mit Nagelöl, das wir ausgiebig einmassieren. Anschließend können wir die Nagelhaut vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen zurückschieben. Bei der Gelegenheit werden auch direkt mögliche Nagellack-Reste entfernt.

Oft gehört, selten befolgt: Immer nur in eine Richtung feilen

Die Fingernägel vorsichtig in eine Richtung feilen, am besten von der Seite zur Mitte. Das schont die einzelnen Keratinschichten, so dass die Nägel nicht so leicht abbrechen. Zum Schluss die Feile von oben nach unten über die Nagelkante ziehen, das versiegelt.

Aber welche Feile verwenden wir da am besten? Die Süddeutsche Zeitung hat in ihrer Stil-Beilage (4/2019) folgende Empfehlung: „Glasfeilen gelten als besonders sanft, schonend und lange haltbar. Saphirfeilen sind robust, aber nicht unbedingt für die Feinarbeit geeignet. Und das Sandblatt-Material könnte man als Allrounder bezeichnen, es kann aber aus hygienischen Gründen nicht so lange verwendet werden.“

Und wer zwar auf Nagellack, aber nicht auf glänzende und schöne Fingernägel verzichten möchte, der kann mit einer Polierfeile aus dem Drogeriemarkt die Fingernägel polieren. Zu häufig sollte man allerdings nicht glätten, weil die Nägel dann zu dünn und entsprechend empfindlich werden.

Glänzender Auftritt mit Nagellack

Noch glänzender wird es natürlich mit Lack. Wir beginnen mit einem Basecoat, der sowohl Rillen ausgleicht als auch vor unschönen Verfärbungen schützt. Gut trocknen lassen, um danach die Farbschicht aufzutragen. Gepatzt? Einfach einen Wattepad in der Mitte trennen, mit einer Hälfte ein Rosenholzstäbchen umwickeln, in Nagellack-Entferner tauchen und den Schaden beheben. Dafür gibt es zwar auch spezielle Entfernerstifte, die sind allerdings schon nach kurzem Gebrauch mit Farbe vollgesogen und können ihren Dienst nicht mehr wirklich versehen.

Wieder einige Minuten trocknen lassen, um den Topcoat aufzutragen. Muss das sein? Das ist vermutlich eine Glaubensfrage, die wir an dieser Stelle nicht klären werden. Ebenso wenig wie die Frage, ob es dann auch noch sogenannte QuickDry Tropfen braucht. Wer besonders hektisch ist, wird davon vielleicht profitieren, andere warten einfach ab.

Ist nun alles gut getrocknet, fehlt nur noch die abschließende Handpflege. Hier punkten Produkte mit schon aus der Gesichtspflege bekannten Anti-Aging-Inhaltsstoffen wie etwa der aufpolsternden Hyaluronsäure. Wer noch mehr möchte, cremt seine Hände vor dem Schlafengehen mit einer reichhaltigen Pflege ein, Baumwollhandschuhe drüber, und eine Nacht drüber schlafen. Morgens werden die Creme-Reste einmassiert.