Nachdem zahlreiche Promis aus der Film- und Musikbranche längst individuelle Ernährungsratgeber erfolgreich vermarkten, liegt es nahe, seinen Sonderstatus auch zur Lancierung von Kosmetiklinien zu nutzen. Schließlich wollen die Fans genauso strahlend aussehen wie ihre Idole. Doch hinter den Produkten der Stars steckt eine große Portion Erfahrung, was die Beauty-Bedürfnisse der Frauen von heute betrifft – und oft noch eine ganze Menge mehr.

Natürlich stehen die Stars und Sternchen nicht persönlich in der Küche und rühren ihre Produkte eigenhändig an. Aber aufgrund ihrer ständigen Präsenz in der Öffentlichkeit und dem damit verbundenen Zwang zum permanenten „Schön-sein“ wissen sie ganz genau, worauf es bei modernen Beauty-Produkten ankommt. Deshalb tun sie sich in der Regel mit renommierten Kosmetikherstellern zusammen und bringen bei der Entwicklung der Produkte ihre eigenen Erfahrungen mit ein. Dieses Prinzip funktioniert seit geraumer Zeit auch schon mit Fashion-Kollektionen von Celebrities sehr erfolgreich. Zumal der Name allein bei den jeweiligen Fans Begehrlichkeiten weckt. Ein cleveres Marketing-Mittel ist das allemal, doch lassen sich bei Promi-Beautylinien echte Benefits eben nicht absprechen. Da werden zum Beispiel Teile des Erlöses für wohltätige Aktionen verwendet oder Nachhaltigkeitsaspekte in den Vordergrund gestellt.

Was steckt hinter den Kosmetikmarken der Promis?

Die Medien-Allrounderin Selena Gomez zum Beispiel hat jüngst in den USA ihre Linie „Rare Beauty“ gelauncht. Der Name ist Programm, denn die Produkte wollen die individuelle Schönheit der Trägerin unterstreichen und nicht eine künstliche Perfektion unterstützen. Die Besonderheit: Ein Prozent jedes Einkaufs wird an die Rare Impact Foundation gespendet. Diese Stiftung setzt sich dafür ein, dass Hilfe bei psychischen Problemen leichter zu bekommen ist. Die Charity-Karte spielt auch Jessica Alba aus. Ihre Linie „Honest Beauty“ ist seit langem ein Erfolgsmodell. Vor über acht Jahren war die Schauspielerin Mitbegründerin der „Honest Company“, die den Fokus auf nachhaltige und chemiefreie Produkte legt. 2018 spendete die Honest Company 1,5 Millionen Windeln an Familien in ärmlichen Verhältnissen. Alba verkauft Clean Beauty, tierversuchsfrei und ohne potentiell schädliche Inhaltsstoffe. Unter dem Dachbegriff Clean Beauty lanciert auch die Designerin Victoria Beckham ihre Schönheitsprodukte. Sie erweiterte 2019 ihr erfolgreiches Modeimperium um die Marke „Victoria Beckham Beauty“, die neben dem Begriff Clean mit Luxus und hoher Qualität wirbt.

Es wäre ein Wunder, wenn nicht auch Lady Gaga ihre eigene Kosmetikmarke hätte, steht sie doch wie kaum eine andere für optische Wandelbarkeit. Mit ihrem Label „Haus Labs“ möchte Lady Gaga Herzlichkeit, Mut und Kreativität verbreiten, indem sie die Werkzeuge zur Selbstdarstellung und Neuerfindung anbietet. Zusätzlich geht ein Dollar jedes Einkaufs an die Born This Way Foundation, welche die Sensibilisierung auf psychische Krankheiten besonders bei Jugendlichen unterstützt und Geld in die Förderung von Hilfsprogrammen investiert.

Eigene Erfahrungen motivierten dagegen Kylie Jenner zur Kreation ihrer Beauty-Linie. Probleme mit der Optik ihrer Lippen waren der Grund, weshalb sie 2015 ihre Marke „Kylie Lip Kits“ gründete. Matter Lippenstift und passender Lipliner wurden zusammen als Lip Kits angeboten, was schnell Furore machte. Der Erfolg war so groß, dass die Produktrange massiv ausgeweitet werden konnte und jetzt sogar eine Hautpflegelinie umfasst.

An Menschen mit Hautproblemen am Körper richtet sich die Kosmetikmarke „KKW Beauty“ vom Kim Kardashian, die bereits mit ihrer eigenen Parfümmarke „KKW Fragrances“ und einer Bodyforming-Wäschemarke erfolgreich ist. Gestartet mit Kontour-Kits fürs Gesicht gibt es inzwischen Make-up Produkte für alle Teile des Körpers, unter anderem eine Körper-Foundation. Diese hilft vor allem Menschen mit Hautkrankheiten wie Psoriasis. Sie färbt kaum ab, spendet aber trotzdem Feuchtigkeit.

Fazit

Hinter den „Promi geprüften“ Beauty-Marken steckt also in der Regel mehr als ein Marketing-Gag. Wenn diese Produkte tatsächlich in irgendeiner Form einen Mehrwert bieten, dann kann die einschlägige Vermarktung eines großen Namens durchaus als legitim bezeichnet werden.