Nur rund 66 Prozent der Deutschen duschen einmal täglich. Für sie ist die Körperpflege von zentraler Bedeutung für das persönliche Wohlbefinden. Aus hygienischer Sicht macht tägliches Duschen durchaus Sinn. Mit Blick auf die Hautgesundheit aber schadet tägliches Duschen dem natürlichen Schutzschild der Haut. Wie viel Körperpflege darf es dann noch sein?

Die Betonung liegt auf „schonend“

Bei der Gesichtspflege ist tägliche Reinigung ein unbedingtes Muss. Gerade die Gesichtshaut ist permanent UV-Strahlung und Umweltreizen ausgesetzt. Hinzu kommt das Make-up, das durch eine schonende Gesichtsreinigung am Abend entfernt werden muss. Ein Zuviel kann es in diesem Zusammenhang nicht geben. Die schonende Reinigung des Gesichts ist die Grundlage für eine gesunde, strahlende Haut. Wobei die Betonung auf „schonende Gesichtsreinigung“ liegt. Denn die Gesichtshaut ist wesentlich dünner und empfindlicher als die übrige Körperhaut. Dafür sind milde, seifenfreie Produkte am besten geeignet. Ob man sich für ein Gel, eine Milch, einen Schaum oder ein Öl entscheidet, ist abhängig vom Hauttyp und den persönlichen Vorlieben. Fettige Haut braucht eine schonende Reinigung mit ölfreien, klärenden Produkten, trockener Haut ist dagegen mit einem sanften Öl besser geholfen. Wichtig ist auf jeden Fall, die Gesichtshaut zweimal täglich sanft zu reinigen und zu pflegen.

Nicht täglich duschen

Im Gegensatz dazu ist die tägliche Dusche nicht nötig. Zwar werden beim Duschen Schmutz und Schweiß entfernt, aber zugleich auch der Fettsäureschutzmantel der Haut geschädigt. Das Wasser entzieht der Haut das Fett und lässt sie langfristig austrocknen. Dermatologen empfehlen, zwei- bis dreimal duschen pro Woche. Füße, Achseln und Intimbereich werden täglich mit Wasser, Waschlappen und einer pH-neutralen Seife gereinigt. Das beseitigt unangenehmen Schweißgeruch. Auf die Dusche zur Entspannung nach einem langen Arbeitstag oder schweißtreibenden sportlichen Aktivitäten muss dennoch niemand verzichten. Es kommt aber auf die Länge an. Ideal sind sieben Minuten. Auch ein mildes Duschgel ist unbedenklich. Zu heiß sollte das Wasser nicht sein. Am gesündesten für die Haut ist eine Wassertemperatur um 36 Grad. Das gilt auch für das Baden. Badewasser sollte nicht viel mehr als Körpertemperatur haben und nach 15 Minuten ist Schluss. Nach Dusche oder Bad ist eine rückfettende und hautschonende Körpercreme oder Lotion zu empfehlen, die unmittelbar nach dem gründlichen Abtrocknen aufgetragen werden kann. Eine spezielle Pflege für den Intimbereich ist aus Ärztesicht nicht notwendig.

Händewaschen ist immer erlaubt

Ein ganz anderes Thema ist die Handhygiene. Die Hände können gar nicht oft genug gewaschen werden, da sie häufig mit allerlei Keimen und Bakterien in Kontakt kommen. Regelmäßiges, gründliches Händewaschen schützt vor Krankheitserregern und verhindert damit das Risiko einer Ansteckung beispielsweise auch mit Erkältungen und Grippe. Dazu werden die Hände zuerst gründlich eingeseift und Handrücken, Innenflächen, Finger und Zwischenräume mit dem Seifenschaum eingerieben. Ärzte empfehlen eine Einseifzeit von 20 bis 30 Sekunden. Danach muss die Seife sorgfältig abgespült und die Hände auch zwischen den Fingern trocken gerieben werden. Bei der Gelegenheit können gleich die Nagelhäute mit dem Handtuch zurückgeschoben werden, das erspart eine lange Maniküre. Zum Abschluss werden die Hände mit einer pflegenden Handcreme eingerieben. Von Natur aus ist die Haut der Hände weniger gut vor Feuchtigkeitsverlust geschützt als die übrige Haut. Deshalb ist Eincremen nach jedem Händewaschen ein unbedingtes Muss.