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Nagelbettentzündung

Was hilft dagegen?

Bildquelle: PantherMedia

Ein einziger kleiner Nagel kann sehr großen Ärger bereiten, wenn sich das Nagelbett entzündet. Meistens sind die Fußnägel betroffen. Dann wird selbst das Tragen von legeren Schuhen zur Qual. Oft sind es Keime oder Bakterien, die über kleine Wunden ins Nagelbett beziehungsweise das Gewebe unter dem Nagel eindringen und die entzündlichen Reaktionen auslösen.

Doch was genau sind die Symptome und wie wird eine Nagelbettentzündung erfolgreich behandelt? Diesen und anderen Fragen stellte sich der Hautarzt Dr. Jan-Olaf Piontek. Zu seinen Spezialgebieten gehört neben der Dermatochirurgie und Lasermedizin auch die Podologie.
Der Podologe ist ein Gesundheitsfachberuf mit einer geregelten schulischen Ausbildung. Nur wer diese Ausbildung absolviert hat, darf auch eine „medizinische Fußpflege“ anbieten.

Herr Dr. Piontek, wie kommt es überhaupt zu einer Nagelbettentzündung?

Die Hauptursache ist ein falsches Schneiden der Nägel. Manchmal sind auch kleine Verletzungen und in seltenen Fällen Krankheiten der Grund. Die oftmals ins Spiel gebrachte Zuckerkrankheit begünstigt zwar die Infektion mit Bakterien, ist aber nicht ursächlich für Nagelbettentzündungen. Bei Menschen mit einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus kann sich die Infektion aber innerhalb weniger Tage auf tiefere Teile des Fingers oder Zehe bis hin zum Knochen ausdehnen.

Und was sind die Symptome einer Nagelbettentzündung?

Zu nennen wären das Panaritium beziehungsweise das Nagelgeschwür oder der umgangssprachliche „Umlauf“, eine Rötung, Schmerz und eine Eiterbildung rund um das Nagelbett.

Wie wird sie erfolgreich behandelt?

Bei leichten Entzündungen reicht das Tamponieren der Entzündung mit sterilem Mull bei einer Podologin/en vollkommen aus. Auf Cremes oder Antiseptika kann zumeist verzichtet werden.
Bei sehr starken Entzündungen oder bereits gerissenen oder gebrochenen Nägeln sollte der Betroffene allerdings einen Arzt aufsuchen. Die Mediziner haben früher oft auf die Emmert-Plastik zurückgegriffen, wobei sie eingewachsene Nagelränder inkl. der Nagelwurzelenden operativ entfernten. Das macht man heute aber kaum noch. Gängig ist heute eine Verödung mit der Flüssigkeit Phenol oder eine schonende Laseroperation. Auch bei gewohnheitsmäßig einwachsenden Nägeln, wo der Nagel größer ist als das Nagelbett, werden mittels Laser die Nagelwurzel und der Nagelrand entfernt beziehungsweise der Nagel verkleinert. Der behält dabei sein natürliches Aussehen, sodass die Veränderungen kaum sichtbar sind. Und der Nagel kann nun nicht mehr einwachsen.
Nagelbettentzündungen, die durch Nagelpilz entstanden sind, sollten auf jeden Fall immer von einem Arzt behandelt werden. Der stellt dann zunächst fest, um welchen Pilzerreger es sich überhaupt handelt, und setzt dann gezielt passende Medikamente ein. Eine Selbsttherapie mit irgendwelchen Anti-Pilzlacken ist sehr schrotschussartig und oft nicht von Erfolg gekrönt. Dieses gilt insbesondere dann, wenn die Nagelwurzel betroffen ist, wo ein Lack nicht wirken kann.

Wie kann man einer Nagelbettentzündung vorbeugen?

Auf jeden Fall sollte man enges Schuhwerk vermeiden. Gerade Kinder haben oftmals kein passendes Schuhwerk. Sie wachsen schnell aus ihren Schuhen heraus, sagen dann aber meistens nichts. Außerdem empfehle ich das Tragen von atmungsaktivem Schuhwerk.
Wichtig ist aber vor allem die korrekte Nagelpflege. Fußnägel sollten nicht rund, sondern gerade geschnitten werden, damit sie nicht einwachsen können. Wir stellen leider immer wieder fest, dass selbst viele Fußpfleger/innen die Nägel immer noch rund schneiden. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte sich in Sachen Fußpflege in die Hände eines Podologen mit der entsprechenden Ausbildung begeben.

Dr. med. Jan-Olaf Piontek
www.das-haut-laserzentrum.de

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