Wenn sich die Haut dehnt und Streifen erzeugt, tröstet Frauen oft nur die Freude auf das werdende Kind. Doch Dehnungsstreifen sind nicht nur ein Problem für Schwangere, sondern die Risse in der Oberhaut können bei jedem entstehen. Was hilft dagegen? Vor allem vorbeugen.

Dehnungsstreifen bilden sich am Bauch, an der Brust, den Oberschenkeln und Po und gehören zu den wohl bekanntesten und häufigsten Negativerscheinungen einer Schwangerschaft. Denn vor allem das Wachsen des Bauches und der Brust ist für das ohnehin schwächere, weibliche Bindegewebe eine besondere Belastung. Hinzu kommt, dass die Haut während der Schwangerschaft durch die Hormonumstellung oftmals dünner und damit rissanfälliger ist. In diesem Sinne sind etwa ein Drittel der Frauen von Schwangerschaftsstreifen betroffen.

Doch auch bei Nichtschwangeren und Männern können sich Dehnungsstreifen bilden, vor allem beim Sport, wenn die Haut bei ruckartigen Bewegungen keinen Halt findet oder infolge eines starken Muskelaufbaus beim Bodybuilding etc. Darüber hinaus überdehnt die Haut bei einer starken Zu- oder Abnahme von Gewicht und bei manchen auch als Nebenwirkung einer Hormon- oder Kortisontherapie.

Dehnungsstreifen sind irreparable Risse in der Unterhaut, bei denen Blutgefäße rötlich bis blaurötlich sichtbar werden. Zwar verblassen sie im Laufe der Zeit, bleiben aber als helle, kleine Narben weiterhin sichtbar. Ein leichtes Zurückgehen ist mit Vitamin A haltigen Cremes oder Pflegeölen möglich. Beim Microneedling, das auch bei Cellulite oder Akne Einsatz findet, wirkt ein Roller mit sehr feinen, kurzen Nadeln: Fast schmerzfrei stechen diese kleine Löcher in die Haut, in dessen Folge die Haut hautstraffendes Kollagen bildet. Sowohl für zu Hause als auch bei Kosmetikern gibt es spezielle Roller, die in der Regel einmal in der Woche zum Einsatz kommen. Dermatologen bieten wiederum zum Beispiel die Behandlung mit Lasern an, wobei meist drei Sitzungen für einen Effekt notwendig sind.

Der beste Schutz vor Dehnungsstreifen ist, ihnen aktiv vorzubeugen. Neben einer gesunden Ernährung und ausreichendem Trinken, gelten Wechselduschen als besonders wirksam, um die Durchblutung anzuregen. Hinzu kommt viel Bewegung und Sport, vor allem Ausdauerarten wie Joggen, Walken, Schwimmen, Radfahren oder Skaten. Für Frauen ist hierbei auch ein gutsitzender BH wichtig, der das Brustgewebe zu stützt.

Bei Schwangeren hat schließlich auch die Zupfmassage bis vier Wochen vor der Geburt Klassikerstatus. Dabei nimmt man zwei kleine Hautrollen zwischen Daumen und Zeigefinger und zieht sie zupfend leicht nach oben weg. Ideal ist, vom Bauchnabel in Richtung Bauchaußenseite und bis hoch zu den Rippenbogen. Danach sollte die Haut gut eingecremt oder eingeölt werden. Die Auswahl ist dabei groß – ob mit Mandel-, Sesam-, Kokos- oder auch Zitronenöl, mit Kakaobutter oder Ringelblumensalbe und warmem Rizinusöl. Letztere soll auch bei leichten Dehnungsstreifen Reparaturdienste leisten.