Schon die Kleinsten erleben mit Baby-Massagen wichtige Berührungs- und Entspannungsmomente. Und danach? Was gibt es im Bereich Kinder-Wellness, was bringt es? Und wollen Kinder überhaupt Wellnessangebote?

Blickt man auf bisherige Offerten, so ist Wellness im deutschsprachigen Raum meer-auf und berg-ab ein Erwachsenenthema. Sogar in den Familienhotels bedeutet bisher ein Wellnessurlaub mit Kindern in aller Regel, Wellness ohne die Kinder zu erleben – Wellnessurlaub gleich Kinderauszeit und Kinderauszeit gleich Animation und Action bei der hoteleigenen Nachwuchsbetreuung.

Dabei weiß man schon bei Neugeborenen und Babys, wie groß ihr Bedürfnis nach Berührung ist. In Kursen und zu Hause wenden viele junge Mütter seit Jahrzehnten eine breite Auswahl an Baby-Massagearten an. Warum also nicht auch mit dem zunehmenden Kindesalter?

Experten sind sich einig: Kinder empfinden Wellness als etwas Gutes, wenn es ihnen tatsächlich gut tut, wenn sie ihre Sinne und ihren Körper bewusst bei Berührungen und Gerüchen wahrnehmen können, etwas über natürliche Pflege lernen und im Idealfall Spiel und Spaß empfinden – immer als Angebot, das man auch ablehnen kann. Es geht also darum, dass sie Wellness selbst als etwas Positives empfinden, verbunden mit Spannung, Spiel und vor allem Wunsch statt Zwang.

Familien massieren sich

Kindern soll es grundsätzlich leichter als Erwachsenden fallen, Entspannung zu empfinden, und manche sehen darin eine Chance, Kindern schon früh eine ausgeglichene Lebensweise nahezubringen. Die Möglichkeiten reichen dabei vom Entspannungsbad mit duftenden Essenzen über Kneippsche Wasseranwendungen bis hin zu Kinder-Yoga und Ganzkörpermassagen. Gerade letztere sollen Verspannungen lösen, die Kinder zum Beispiel in Wachstumsphasen oder bei Fehlhaltungen durchaus haben können. Von den wenigen Hotels, die Kinder-Wellness bisher anbieten, können im Südtiroler Familienhotel Cavallino Bianco zum Beispiel Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Kleopatra-Milch baden oder sich mit warmer Schokolade massieren lassen. Jugendlichen bietet das Hotel spezielle Behandlungen für unreine Haut oder eine Sportler-Massage an. Und auch mit den Eltern sind gemeinsame Behandlungen möglich – sogar in Form einer kleinen Massageschulung für die ganze Familie, die sich später zu Hause gegenseitig massieren kann.

Im Ulrichshof Baby & Kinder Bio-Resort im Bayerischen Wald wiederum erhalten Kinder unter klangvollen Namen wie „Yolybsi“ zarte Streicheleinheiten mit reichhaltiger Schokoladen-Mousse. Bei der „Märchen-Teilkörpermassage“ lösen leicht lockernde Griffe kleine Verspannungen mit duftendem Aroma-Öl. Und „Spieglein, Spieglein“ umfasst eine Kinder-Gesichtspflege mit sanfter Reinigung, warmen duftenden Kompressen, Maske mit Massage. Beauty bei Kindern? Das braucht es bei ihnen wohl am wenigsten, ein früh eingeübtes Schönheitsritual schon gar nicht. Aber am Ende geht es ums Wohlfühlen, Körperempfinden und um Berührungen – und für Kinder, die sich dabei wohlfühlen, kann das hin und wieder auch das Richtige sein.