Hanf zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Erde. Seine Bestandteile sind vielseitig verwendbar. Zweifelhaften Ruf erlangte Hanf jedoch unter seiner botanischen Bezeichnung Cannabis. Die getrockneten Blätter, Blüten und Blütenstände dienen als Rauschmittel Haschisch bzw. Marihuana. Doch was bereits im antiken China u. a. als Heilmittel gegen allesmögliche eingesetzt wurde, hat jetzt den Weg in die Kosmetikregale gefunden.

Hanf und seine Wirkungsweisen

Dass speziell die Cannabisblüten stark psychoaktive Wirkungen haben, spielt bei Hanf in Kosmetika keine Rolle. Mittlerweile sind Hanfpflegeprodukte aus der Öko-Ecke ins Mainstream-Regal aufgerückt. Um Hanf in den verschiedenen Ausprägungen als Inhaltsstoff in Kosmetika kommen Naturkosmetik-Hersteller derzeit kaum noch herum. So setzen mittlerweile viele von ihnen auf Hanföl oder Hanfextrakt (CBD – Cannabidiol) in ihren Produkten. Ganz wichtig dabei: CBD ist nicht psychoaktiv und fällt somit nicht unter die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes. Es wirkt u. a. antioxidativ, entzündungshemmend, reguliert die Talgproduktion und ist hautpflegend, sorgt also für weiche und geschmeidige Haut. Außerdem regt CBD die Vermehrung menschlicher Hautzellen an und beeinflusst diese. CBD-Pflegeprodukte eignen sich gut bei Problemhaut wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte. Sie können aber auch bei normaler bis empfindlicher Haut und als Anti-Aging-Mittel angewendet werden.

Hanföl wird ausschließlich aus den Samen hergestellt. Diese enthalten auch keine psychoaktiven Inhaltsstoffe und sind somit ebenso vom Verbot ausgenommen. Hanföl hat aufgrund seiner essentiellen Fettsäuren eine nährende wie auch entzündungshemmende Wirkung. Die Fettsäuren können von der Haut beinahe komplett aufgenommen werden, verhindern so das Austrocknen und schützen vor Umweltbelastungen. Falten kann vorgebeugt werden, die Hautbarriere wird gestärkt.

Kosmetikprodukte mit Hanf

Es gibt Cremes, Lotions, Seifen, Shampoo, Stylingprodukte, Lippen- und Babypflege mit Hanföl und auch in Wimperntusche soll es für geschmeidige Härchen sorgen. Und es gibt eine Reihe von Cremes und Salben, welche mit beiden Zutaten, Hanföl und CBD, angereichert werden. Kosmetik mit Hanf wird auch gerne mit wirkkosmetischen und pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Aloe Vera, Minze, Rosmarin, Ringelblume oder Süßholzwurzelextrakte kombiniert und verarbeitet. Inzwischen kennt man die gemeinsamen Wirkungsweisen einiger Pflanzenstoffe zusammen mit CBD. So kann beispielsweise der Zusatz Lavendel beruhigend und entspannend auf die Haut wirken, während Rosmarin eher die Durchblutung anregt. Hanfkosmetik kann also extrem vielseitig ausfallen und sich an die jeweiligen Bedürfnisse der Haut anpassen.

Übrigens: Ein Rausch oder gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Verwendung von Hanfkosmetik sind nicht zu erwarten, sofern nur zulässige Bestandteile der Hanfpflanze verwendet und die Produkte entsprechend dem vorgesehenen Verwendungszweck angewendet werden. Vorschriftsmäßig hergestellte Hanf-Kosmetik macht sicher nicht „bekifft“.