Stress entsteht durch Anspannung und ihm kommt aus evolutionärer Sicht die Bedeutung zu, sich physisch und psychisch auf unterschiedliche Umweltanforderungen einstellen zu können. Dauerbelastungen im Alltag können allerdings krank machen, denn genauso wichtig wie Aktivität und das Gefühl von Selbstwirksamkeit sind Entspannung und Ruhephasen zur Erholung. In den letzten Monaten hat sich zudem noch die Corona-Pandemie auf alle Lebensbereiche ausgewirkt und das Leben zu einem permanenten Ausnahmezustand gemacht. Mit folgenden Tipps kommt man entspannter durchs Leben.

Oasen der Ruhe schaffen

Zeitnot, Hektik und Stress – wann sollen wir zur Ruhe kommen, wenn es immer noch etwas zu erledigen gibt? Wer sich diese Frage häufiger stellt, dem können Rituale helfen, um Oasen der Ruhe und Entspannung zu erschaffen. Rituale sind von festen Abläufen und Zeitfenstern geprägt, die als paradigmatische Institution ihren festen Platz im stressigen Alltag haben. Wenn feststeht, dass die Tasse Tee zu einer festen Uhrzeit eine halbe Stunde Ruhe bietet, egal was es sonst noch zu tun gäbe, dann ist dieser Zeitraum außerhalb der Übergriffigkeit von anderen Verpflichtungen. Auch das Schaumbad am Wochenende kann zu einer festen Institution werden – andere Verpflichtungen müssen hintenanstehen.

Rituale sollten ein festes Muster haben und grundsätzlich mit der aktuellen Lebenssituation zu vereinbaren sein, dann geben sie Sicherheit und Orientierung. Sie müssen nicht viel Zeit kosten, sondern können sich auch in kleinen Handlungsmustern finden, wie einem Gute-Nacht-Kuss für den Partner, einer Dehnübung am Arbeitsplatz oder einem kleinen Spaziergang in der Mittagspause. Die Idee dahinter: Neben den sich ständig verändernden Anforderungen von außen, sollten auch solche Dinge Platz finden, die uns persönlich wichtig sind, die uns guttun und vertraut sind.

Sichtweisen verändern

Anspannung und Stress entsteht nicht nur durch die jeweils aktuelle Tätigkeit, sondern auch durch die Gedanken an die Vergangenheit und die Zukunft- durch das Grübeln darüber, was man hätte besser machen können und was noch alles zu erledigen ist. Das Konzept der Achtsamkeit zielt darauf ab, mehr im Hier-und-Jetzt zu leben und der Gegenwart mehr Aufmerksamkeit zu geben. Es zeichnet sich dadurch aus, den Moment bewusst und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wer sich darin übt, merkt womöglich schon bald, dass er über mehr Gelassenheit verfügt, weil er sich mit einzelnen Dingen genau auseinandersetzt, statt viele Dinge gleichzeitig im Kopf zu haben. Für das Einzelne ist auf einmal mehr Platz und so können Dinge auch abgeschlossen werden. Das Hin- und Herschalten im Kopf wird weniger und die Energieräuber sitzen nicht mehr auf Kosten der aktuellen Tätigkeit ständig im Hinterkopf.

Gesunde Ernährung für Körper und Geist

Die Voraussetzung für eine gesunde Psyche ist, dass wir darauf achten, mit welchen Nährstoffen wir unseren Körper versorgen. Wer sich ständig nur leere Kalorien in Form von Junk-Food zuführt, wird nicht nur körperlich Probleme bekommen, sondern auch geistig unruhig sein. Viele Menschen kennen das Problem: Sie hangeln sich von Diät zu Diät, fühlen sich minderwertig, weil sie mit ihrer Figur nicht zufrieden sind und haben immer wieder Heißhungerattacken. Auch hinter Konzentrationsschwächen, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen verbirgt sich oftmals ein Vitamin- und Nährstoffmangel oder ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt.

Ein häufiges Problem: Gesunde Ernährung wird als asketisch und Gegenpol zum kulinarischen Genuss empfunden, oft sind es jedoch nur lang gehegte Gewohnheiten, die es zu durchbrechen gilt. Wer dann merkt, dass er mit gesunden Ernährungsgewohnheiten mehr Stressresilienz entwickeln kann und mehr Energie hat, um das Leben zu meistern, wird seine Meinung unter Umständen schneller ändern, als er es selbst für möglich gehalten hat.

 

Text: medicalpress