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Make-up für Problemhaut – schädlich oder nicht?

Bildquelle: PantherMedia

Manchmal schlagen beim Blick in den Spiegel zwei Herzen in der Brust: Wenn Frau gerötete Stellen auf dem Teint entdeckt, womöglich einige Pickel, wenn die Haut juckt, spannt oder sogar schuppt – dann möchte sie die Problemstellen im ersten Impuls am liebsten „übermalen“. Anderseits würde sie eher das unangenehme Hautgefühl wegpflegen wollen, anstatt sich zu maskieren. Denn unter der dekorativen Schicht könnten ja die Probleme bestehen bleiben, wenn nicht sogar zunehmen. Steht Make-up im Widerspruch zur Hautpflege?

Das Zieren und Pflegen des Körpers ist so alt wie die Menschheit selbst. Aus dem altgriechischen kosmetikós = schmückend wurde Kosmetik, ein Begriff, der nicht nur dekorative Aspekte umfasst, sondern auch pflegende. Make-up – also neudeutsch dekorative Kosmetik fürs Gesicht – bedeutet Kosmetik in ihrer ureigentlichen Bedeutung, denn es soll das Erscheinungsbild des Antlitzes verschönern. Dafür nutzte man schon im Altertum die verschiedensten Mittel wie Farbstoffe und Mineralien. Auf die Gesunderhaltung der Haut wurde praktisch keine Rücksicht genommen, denn viele der Stoffe waren schädlich. Heute sollen Kosmetika sowohl schmücken als auch pflegen. Doch das ist nicht so einfach. Besonders, wenn man unter sog. Problemhaut leidet. Dazu zählen Couperose, Rosacea, Akne oder Neurodermitis. Auch nur empfindliche trockene Haut und/oder zu allergischen Reaktionen neigende Haut kann bereits dazu gezählt werden.

Wenn Make-up-Präparate aufgrund ihrer Zusammensetzung die Haut lückenlos abdecken, dann beeinträchtigen sie deren Regenerationsfähigkeit. Bei Problemhaut können sie geradezu kontraproduktiv wirken, wenn darüber hinaus noch künstliche Konservierungsmittel und Duftstoffe enthalten sind. Heutzutage verzichten die Hersteller hochwertiger Kosmetika daher weitestgehend auf solche Stoffe. Auch die Kosmetik-Richtlinien sind so streng wie nie zuvor. Gerade Frauen mit Problemhaut sollten darauf achten, dass sie z. B. als Make-up-Grundlage eine atmungsaktive Foundation benutzen, die mit den übrigen, von ihr verwendeten Hautpflegeprodukten kompatibel ist. Deshalb ist es sinnvoll, sich für Make-up und pflegende Produkte von ein und demselben Hersteller zu entscheiden. Noch besser ist es, wenn die Make-up-Produkte auf natürlicher Basis hergestellt sind und selbst pflegende Komponenten enthalten.

Wer stark auffallende Hauterscheinungen wie z. B. Feuermale abdecken möchte, kommt um eine perfekt kaschierende Camouflage nicht herum. Deren Bestandteile machen sie wisch- und wasserfest, beeinträchtigen aber notgedrungen auch die Regeneration der Haut. Deshalb sollten Träger von Camouflage diese nur so lange auftragen, wie es wirklich nötig ist. Überhaupt ist das sorgfältige Abreinigen am Abend besonders bei Problemhaut oberstes Gebot.

Grundsätzlich gibt es im Handel immer mehr Make-up-Produkte, speziell auf dem Natur- oder Apothekenkosmetik-Sektor, die auf konkrete Problemhaut-Typen zugeschnitten sind. Sie enthalten dann in ihrer Rezeptur z. B. lebensmitteltaugliche Pigmente, natürliche Wachse, Mineralien oder Harnstoff (u. a. in Puder), welcher beispielsweise vorhandenen Juckreiz unterdrückt und die Hautfeuchtigkeit unterstützt. Für dermatologische Anwendungen können Puder darüber hinaus mit pharmazeutischen Wirkstoffen wie Lokalanästhetika, Antibiotika und Antiseptika rezeptiert werden. Pigmenthaltige Make-ups bieten sogar einen leichten Sonnenschutz, wodurch auf potentiell schädliche chemische Filter verzichtet werden kann. Für von Problemhaut Betroffene empfiehlt sich vor dem Kauf von Make-up-Produkten ein prüfender Blick auf deren Inhaltsangabe und dann in die sog. INCI-Tabelle, die nach der Europäischen Kosmetikverordnung erlaubte Inhaltsstoffe auflistet.

Unter den Vorzeichen modernster Forschung muss Make-up also nicht zwingend im Widerspruch zur Pflege von Problemhaut stehen. Nötig sind Aufmerksamkeit bei der Auswahl der Produkte und vielleicht etwas Geduld beim Ausprobieren. Dann kann Frau frisch geschminkt mit erhobenem Haupt aus dem Haus gehen, ohne sich „eine Tüte über dem Kopf“ zu wünschen.

 

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