Für die meisten Männer sieht Haarpflege in etwa so aus: Jede Flasche Shampoo, die kein Zeichentrickfigur-Design hat oder nach Obst riecht, passt schon. Alles darüber hinaus gilt als Frauensache und überflüssiger Schnickschnack.

Dabei war es doch eigentlich noch nie unmännlich, wenn Man(n) Wert auf sein Äußeres gelegt hat. Man denke an Humphrey Bogarts pomadengekämmtes Haar in Casablanca, die legendäre Elvis Presley Tolle oder den stets perfekt gestylten Cary Grant. Und siehe da: auch immer mehr Normalo Herren haben das Thema Körperpflege jenseits von Duschgel und Deo für sich entdeckt. Spezielle Männer Beauty Produkte boomen – für die Haut ebenso wie für das Haar. Doch was braucht Man(n) für einen schönen Schopf wirklich? Wir klären auf!

 

Die Grundlagen: Shampoo und Conditioner

Haarpflege beginnt mit dem, was vermutlich sowieso in jeder Dusche steht: Shampoo und Conditioner. Sie reinigen, pflegen und bilden den Grundstein für alle Stylingprodukte.

Shampoo
Für trockenes oder fettiges Haar, speziell für Locken oder gegen Haarausfall. Die Labels auf den Flaschen sind nicht nur cleveres Marketing. Der Haartyp macht wirklich einen Unterschied.

Genauso wichtig wie das passende Produkt ist die richtige Anwendung. Wenn das Haar nach dem Waschen immer noch oder sehr schnell wieder fettig erscheint: häufiger shampoonieren. Fühlt sich das Haar zu trocken an, ist das Gegenteil angesagt: weniger oft und lange shampoonieren.

Conditioner
Braucht Man(n) für seine paar Zentimeter Haare wirklich einen Conditioner? Für Haarpflege-Profis ist die Antwort klar und einfach: Ja! Laut Experten ist ein pflegender Conditioner für den Schutz der Haare von entscheidender Bedeutung. Denn Shampoo allein kann das Haar austrocknen oder beschädigen, wodurch es mit größerer Wahrscheinlichkeit Öl und Schmutz anzieht.

 

Stylingprodukte für Männer

Nicht nur Frauen wollen widerspenstige Strähnen, nervige Krause oder störende Wirbel in den Griff bekommen, auch für Männer, die einen bestimmten Look erreichen oder eine schlecht sitzende Mähne kontrollieren wollen, steht inzwischen eine gigantische Auswahl an Herrenhaarprodukten zur Verfügung.

Aber die vielen Möglichkeiten können fast schon überwältigend sein – Wachse und Pomaden, Pasten und Gels, Sprays, Seren und Schaum. Wer blickt da noch durch? Wir!

Wachs
Wachs hat eine dicke Konsistenz, was ideal ist, wenn man das Haar formen möchten. Es ist zum Beispiel perfekt für einen etwas chaotischen, „Ich bin gerade so aufgewacht“-Look. Es gibt der Frisur Form und Kontrolle ohne die nasse, steife Textur des Gels. Allerdings ist Wachs zu schwer für feines, schlaffes oder langes Haar. Und es kann einige Arbeit erfordern, um es wieder komplett auszushampoonieren. Bei Pasten und sogenanntem „Kitt“ handelt es sich meist um Varianten von Wachs.

Pomade
Pomade war es, die den Jungs aus „Grease“ diesen nassen, streng zurückgestrichenen Look verliehen hat. Die Konsistenz ist so dick wie die von Wachs, aber cremiger und dadurch leichter zu verteilen. Pomade kontrolliert widerspenstiges Haar und sorgt für Geschmeidigkeit. Im Ergebnis lässt sie das Haar glänzender und feuchter aussehen als Wachs.

Serum
Diese Flüssigkeiten oder Sprays sind perfekt, wenn das Haar trocken oder kraus ist. Allerdings eigenen sie sich nicht wirklich zum Stylen der Haare. Statt Form verleihen sie nur ein wenig Glanz und machen die Haare glatter und weicher.

Creme
Cremes sorgen für zusätzlichen Glanz und Kontrolle ohne viel Halt. Sie sind besonders gut für dickes oder grobes Haar geeignet.

Es gibt auch viele andere Optionen – wie Gel und Mousse, die dazu neigen, steifer zu trocknen.

All diese Kategorien sind jedoch nicht in Stein gemeißelt. Am Ende ist jedes Haar anders. Da hilft am besten: verschiedene Produkte ausprobieren, um herauszufinden, was funktioniert.

 

Styling Tipps

Weniger ist mehr
Nicht zu viel verwenden, heißt die Devise. Am besten mit einer kleinen Menge beginnen und bei Bedarf mehr hinzufügen. Um das Auftragen zu erleichtern, das Produkt zwischen den Handflächen reiben, um es aufzuwärmen. Andernfalls lässt es sich nicht gleichmäßig verteilen. Dann vorsichtig durch alle Haare fahren.

Klingt simpel, ist es auch, dauert aber trotzdem ein paar Minuten. Denn wer sich zu wenig Zeit nimmt, neigt dazu das Produkt nur auf den Kopf zu klatschen, sodass es an einzelnen Stellen verklumpt und an anderen dafür fehlt.

Nur Mut!
Nicht einschüchtern lassen! Styling soll Spaß machen. Am besten ein paar verschiedene Produkte aus dem Regal nehmen, testen und herausfinden, was passt. Keine Angst mit Haarprodukten zu experimentieren. Was kann schon schiefgehen? Im schlimmsten Fall ist es schnell wieder ausgewaschen.

Klar, die Verwendung von Stylingprodukten kann die Morgenroutine um einige Minuten verlängern, aber es lohnt sich. Partner, Kollegen, Freunde – der Unterschied wird nicht unentdeckt bleiben. Und nicht nur was die Frisur, sondern auch was das Selbstbewusstsein angeht. Denn wer sich wohl in seiner Haut – und mit seinen Haaren – fühlt, strahlt das auch aus.