Egal, ob es das erste Tattoo ist oder bereits zahlreiche Kunstwerke den Körper zieren – zu wissen, was man mit einem frischen Tattoo nicht tun sollte, ist für den Heilungsprozess genauso wichtig wie zu wissen, was man unbedingt tun muss. Glücklicherweise geben die meisten Tattoo-Studios ihren Kunden Hinweise zur Nachsorge mit auf den Weg, um sicherzustellen, dass sie wissen, was sie erwartet und wie mit dem neuen Kunstwerk unter der Haut umzugehen ist.

Egal ob unvorsichtig, unwissend oder vergesslich – es gibt keine Entschuldigung, sich nicht um ein frisch gestochenes Tattoo zu kümmern. Denn hält man sich nicht an die Nachsorge-Hinweise, kann der Heilungsprozess mindestens so schmerzhaft wie das Stechen selbst sein und schlimmstenfalls in einer Infektion enden.

Sollte es soweit kommen, unbedingt beim Tätowierer erkundigen, was als nächstes zu tun ist, da die üblichen Nachsorgeregeln bei einer Infektion nicht mehr gelten. Erfahrungsgemäß bleibt unvorsichtigen Tattoo-Fans ein Gang zum Arzt für eine Antibiotika-Behandlung allerdings nicht erspart.

Um zu vermeiden, dass es überhaupt so weit kommt, haben wir die wichtigsten Dos und Don‘ts bei der Tattoo-Pflege zusammengestellt.

Nicht kratzen! 

Während der Heilungsphase fühlt sich das Tattoo möglicherweise wie das Juckenste an, das jemals in der Geschichte des Juckreizes gejuckt hat. Trotzdem gilt: nach besten Kräften versuchen, nicht zu kratzen. Pulen, kratzen, schälen, schlagen, reiben oder reizen sind Gift für den Heilungsprozess.

Nicht von anderen berühren lassen

Die goldene Regel: niemanden das Tattoo berühren lassen, es sei denn, er oder sie wäscht sich vorher gründlich die Hände. Man weiß schließlich nie, wo diese Hände vorher waren oder was sie gerade getan und angefasst haben. Infektionen fängt man sich leider ganz leicht ein. Ein Tattoo ist wie eine offene Wunde. Und die meisten von uns würden wohl nicht einmal die eigene Mutter eine Wunde berühren lassen, ohne dass sie zuerst ihre Hände gründlich desinfiziert. Während des Heilungsprozesses ist penibelste Reinlichkeit oberstes Gebot – für alle!

Keine Haut abpulen

Es ist dringend davon abzuraten, Haut zu entfernen, die sich vom Tattoo zu lösen beginnt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Schorf und abgestorbene Haut, die sich löst. Auch wenn es noch so juckt, nicht kratzen und an der Stelle herumpulen.

Nicht zu viel Feuchtigkeit 

Ansonsten sollte man es mit der Feuchtigkeitsversorgung auch nicht übertreiben, wenn man ein Abschälen der Haut oder Juckreiz vermeiden möchte. Eine dünne Schicht Creme ist besser als das Tattoo in Pflegeprodukten zu ertränken und hilft der Haut schneller zu heilen.

Keine Frischhaltefolie und Tattoo Salbe gleichzeitig verwenden

Entweder das eine oder das andere! Einige Leute bevorzugen die sogenannte Nassheilung oder Wickelheilung. Andere setzen beim Tattoo-Heilungsprozess auf die gute alte Salbe. Tattoo-Neulinge können auf jeden Fall die eine und auch die andere Variante ausprobieren – aber bitte nicht beide gleichzeitig.

Keine Feuchtigkeitscreme mit Duftstoffen verwenden 

Viele Menschen würden eine duftende Feuchtigkeitscreme nicht mal mehr im Gesicht verwenden. Wie könnten Duftstoffe dann ausgerechnet für ein heilendes Tattoo gut sein? Also Finger weg!

Nicht ignorieren 

Bei einer heilenden Wunde ist es oft am besten, sie in Ruhe zu lassen, damit sie von selbst heilen kann. Tätowierungen verdienen jedoch Pflege und Aufmerksamkeit. Wer sein Tattoo ohne Nachsorge einfach sich selbst überlässt, kann sich schon mal auf eine fiese Infektion einstellen.

Nicht aufweichen

Schlechte Nachrichten für Badewannen-Fans: Während des Heilungsprozesses sollte man nur duschen. Schwimmen im Pool, ein ausgiebiges Schaumbad oder relaxen im Whirlpool sind nach dem Stechen für mindestens zwei Wochen tabu.

Sonnenschutz nicht vergessen

Wer seiner Haut etwas Gutes tun will, sollte sowieso immer einen Lichtschutzfaktor tragen. Das gilt erst recht mit einem frischen Tattoo. Denn Sonneneinstrahlung kann dem Tattoo ernsthaft schaden. Deshalb während des gesamten Heilungsprozesses direkte Sonne um jeden Preis vermeiden und auch danach den Körperschmuck für’s Leben immer mit Sonnencreme schützen.

Keine enge Kleidung tragen

Nach dem Besuch im Tattoo-Studio gilt es, die super engen Röhrenjeans für ein paar Wochen gegen lässige Mom-Jeans zu tauschen. In den ersten zwei Wochen keine enge Kleidung tragen, die am Tattoo reiben könnte und am besten auch nicht auf dem Tattoo schlafen, damit der Heilungsprozess nicht beeinträchtigt wird.

Hände waschen nicht vergessen

Das Reinhalten der Hände ist ebenso wichtig wie das Reinhalten des Tattoos, da über die Hände sehr leicht Bakterien in die Wunde gelangen können. Ein frisches Tattoo mehrmals täglich mit einer sanften, duftfreien, antibakteriellen Seife reinigen, um es sauber zu halten und mögliche Infektionen zu vermeiden. Ganz wichtig: Das Tattoo niemals berühren, es sei denn, die Hände sind gerade frisch gewaschen!

Die Moral von der Geschichte? Ein frisches Tattoo immer sauber halten und gut pflegen. Und vor allem darauf hören, was der Tätowierer sagt. Immerhin ist er der Experte.