Wer sich ein Tattoo stechen lässt, „malt“ seine Haut nicht nur an, sondern fügt ihr zunächst Verletzungen zu. Dass diese nicht ganz unproblematisch sind, leuchtet unmittelbar ein. Damit man möglichst lange Freude an dem künstlerischen Hautschmuck hat, ist eine sinnvolle Hautpflege unerlässlich.

Ein frisch gestochenes Tattoo ist eine Wunde und braucht bis zu drei Wochen oder länger Zeit, um zu heilen. Ein Tattoo entsteht, indem feine, in Farbe getauchte Nadeln mit speziellen Tätowiergeräten in die Haut gestochen werden. Die Nadeln kommen auf eine Frequenz von bis zu 10.000 Stichen pro Minute. Bei dieser Prozedur entstehen kleine Verletzungen, ähnlich wie bei einer Schürfwunde. Während des Heilvorgangs bildet sich mehr oder weniger Schorf, was ganz normal ist.

Die so strapazierte Haut benötigt intensive Pflege. Denn wer die betroffene Stelle nach dem Stechen nicht richtig behandelt, riskiert, dass Bakterien oder Viren in den Körper eindringen und Entzündungen oder Infektionen auslösen. Wer auch noch die  entstandenen Krusten abknibbelt, sorgt für unschöne Narben, die zudem die Konturen des Tattoos verwischen können. Aber auch langfristig sollte die Tattoo-Haut gepflegt werden.

Pflege nach dem Tattoo-Stechen

Direkt nach dem Stechen versorgt der Tattoo-Künstler die verletzte Haut zunächst mit einer desinfizierenden Salbe. Anschließend deckt er sie mit einer sterilen, luftdurchlässigen Folie oder einem ebensolchen Verband ab. Diese Abdeckung sollte man frühestens nach acht Stunden entfernen. Sie lässt sich unter lauwarmem Wasser vorsichtig abziehen. Damit möglichst wenige Krusten entstehen, wird die feuchte Wundheilung empfohlen. Das heißt, die Wunde wird mit zuvor gesäuberten und desinfizierten Händen behutsam mit lauwarmem Wasser und parfumfreier Seife gewaschen und mit einem fusselfreien Tuch trocken getupft. Anschließen wird eine desinfizierende Wund- und Heilsalbe aus der Apotheke dünn auf die verletzte Haut aufgetragen, so dass sie noch atmen kann. Spezielle Tattoo-Pflegeprodukte enthalten hautberuhigende Inhaltsstoffe wie Allantoin, Bisabolol, Panthenol und Vitamin E. Grundsätzlich sollte die Pflege-Creme nur wenig Fett enthalten, denn zu viel Fett könnte die Haut aufweichen und so die Tattoo-Farben verwischen. Reinigen und desinfizieren sollte man anfangs etwa alle drei Stunden, um das Wundwasser regelmäßig zu entfernen und den Heilungsprozess zu fördern.

Sonnenschutz beim Tattoo ist wichtig

Die tätowierten Hautstellen sollten dann in der Folgezeit geschont werden. Das heißt, dass bis zur vollständigen Abheilung Chlorwasser, Sonnenbäder, Sauna- oder Solarienbesuche oder heiße Bäder tabu sind. Auch eng anliegende Kleidung oder Schmuck direkt auf der betroffenen Hautpartie sind zu vermeiden. Nicht nur unmittelbar nach dem Tätowieren, sondern auch Jahre danach bleibt die Haut gegenüber UV-Strahlung empfindlich. Eindringende Sonnenstrahlen können nicht nur schneller zu einem Sonnenbrand führen, sondern außerdem die Farbpigmente aus der Dermis ziehen. Dadurch werden die Tattoo-Konturen mit der Zeit unscharf, die Farben verblassen. Wer seinen Tattoos nach dem Abheilen Sonne zumutet, sollte deshalb eine Sonnencreme mit extra hohem Lichtschutzfaktor wählen. Ansonsten dankt es die tätowierte Haut, wenn man sie langfristig regelmäßig mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme oder Lotion pflegt.