Trockene Haut, Schweißperlen, Fältchen? Zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr fährt der Körper durch den Umbau des Hormonhaushalts ein wenig Achterbahn. Darauf kann man mit der richtigen Pflege ein stückweit reagieren.

Umso weniger Östrogene, umso trockener und weniger elastisch wird die Haut und bildet vermehrt Pigmentflecken sowie teilweise auch Juckreiz aus. In den Wechseljahren setzt genau dieser Prozess ein, weil der Körper nach und nach die Produktion von Östrogen herunterfährt. Zusammen mit Gestagen sorgen die weiblichen Geschlechtshormone normalerweise für die Durchblutung und den Stoffwechsel der Haut und damit für den jugendlich-rosigen Teint.

“Reichhaltige” Alternativen

Der Markt hält auch dafür östrogenhaltige Cremes bereits. Aber ist es wirklich sinnvoll, diese in den Wechseljahren als Ausgleich für die Haut zu verwenden? Über ihre tatsächliche Wirkung scheiden sich die Geister. Und viele Dermatologen lehnen diese Cremes deswegen ab und empfehlen vielmehr Pflegeprodukte mit einem erhöhten Anteil an Fett und Feuchtigkeit. Häufig werden diese als “reichhaltige” Cremes und Masken bezeichnet, deren Inhaltsstoffe sollten aber vor allem wasserbindend wirken. Auch spezielle Augencremes um die besonders dünnen Augenpartien lohnen sich, genauso Pflegeprodukte mit Glycerin, Hyaluronsäure und Urea, mithilfe derer die Haut Kollagen produziert und länger Feuchtigkeit speichern kann. Peptide wiederum binden die Hautfeuchtigkeit, und Vitamin A, Biotin, Vitamin C und Zink regen die Neubildung der Hautzellen an. Die Zellenregenerierung ist besonders wichtig, weil sich ältere Haut nicht mehr so schnell neu bildet wie jüngere, die in der Regel nur 28 Tage benötigt. Auch der Wundschutz kann sich im Hautalter verzögern. Deshalb lagern sich auf der Haut in den Wechseljahren auch vermehrt alte, trockene Hautschüppchen ab und lassen den Teint fahl und gräulich wirken. Ein Peeling hilft in diesem Fall, grundsätzlich sollte die Hautreinigung aber in dieser Wechselphase nicht zu viel und nicht mit zu starken Pflegemitteln erfolgen, weil diese wiederum stark entfettend wirken können.

Und rote Haut und Schweißperlen?

Diese entstehen durch die Anpassungsversuche des Körpers an den schwankenden Hormonhaushalt. Der Körper gibt als Reaktion Wärme ab, der Pulsschlag erhöht sich, die Hautgefäße erweitern sich, und das Gesicht errötet samt möglicher Schweißperlen. Eine pflanzenbetonte vollwertige Ernährung soll helfen, außerdem weniger Salz und scharfe Gewürze im Essen sowie weniger Kaffee und Alkohol. Hinzu kommen die Klassiker: viel Schlaf, viel trinken, wenig Stress und mehr Gelassenheit, wenig Sonne, viel UV-Schutz. Und wer mit Make-up die Wechseljahre-Erscheinungen kaschieren will, kann gut zu leichten und atmungsaktiven Produkten greifen, die für eine gewisse Natürlichkeit sorgen. Auf Puder und matte Foundations gilt es, eher zu verzichten.

Und nach den Wechseljahren? Wie verändert sich die Haut nach der “ausgewechselten” Altersphase wieder? Im Grunde wenig – insofern, dass das Problem der trockenen, weniger durchbluteten Haut bestehen bleibt. Fett und Feuchtigkeit sind und bleiben die Ratgeber für die reife Haut.