Kosmetische Tattoos sind nichts Neues. Vom Microblading der Augenbrauen bis hin zum permanenten Eyeliner greifen immer mehr zu Nadel und Tinte, um vom Moment des Aufwachens an möglichst makellos auszusehen.
Eine der derzeit populärsten Behandlungen mit Langzeit-Faktor sind Sommersprossen-Tattoos, das sogenannte Freckling. Denn während übermäßige Sonneneinstrahlung schwere Hautschäden verursachen kann, sind künstliche Sommersprossen die semi-permanente Lösung, um das ganze Jahr wie von der Sonne geküsst auszusehen.

Was ist Freckling?

Beim Freckling wird von der Kosmetikerin oder einem spezialisierten Tätowierer ein möglichst natürliches Sommersprossen-Muster erstellt. Für den dauerhaften „Ich-bin-die-ganze-Zeit-draußen“-Look verwendet der Experte entweder einen Rotationsmotor (Maschine) oder eine einzelne Nadel (handgestochen) mit Tätowierungspigment auf Eisenbasis und sticht damit wiederholt winzige Löcher ins Gesicht. Während das Verfahren eine Reihe von kurzfristigen Nebenwirkungen, wie Schwellungen, Juckreiz und Rötungen verursachen kann, ist der Prozess viel weniger schlimm als es sich anhört.

Was man vorher wissen sollte

Das Freckling erfordert mehr als nur seelische Vorbereitung. Vor dem Termin gilt es einige Dinge zu beachten:

Es ist wichtig, alle Arten von Make-up, ob Rouge, Lidschatten oder Concealer, vor der Behandlung gründlich zu entfernen. Wer das Haus sonst nie ungeschminkt verlässt, sei gewarnt: jede Art von Gesichts-Make-up ist tabu, bis die neuen Sommersprossen verheilt sind. Das kann einige Tage bis zu zwei Wochen dauern.

Zu Beginn des Heilungsprozesses entwickeln die Einstiche winzige Krusten wie bei jedem anderen Tattoo auch. Kleine Sommersprossenflocken lösen sich innerhalb von fünf bis zehn Tagen ab. Vom Verlassen des Studios bis zur vollständigen Heilung nach etwa fünf Wochen verlieren die Sommersprossen etwa 20 Prozent ihrer anfänglichen Intensität. Wer fettige Haut hat, hat Glück: hier geht der Heilungsprozess meist etwas schneller.

Freckling funktioniert bei allen Hauttönen. Denn es lassen sich alle Arten von Farben verwenden. Im Durchschnitt mischt die Kosmetikerin eine Kombination aus drei verschiedenen Farben: kühle oder warme Töne, abhängig vom Hautton der Kundin, sowie verschiedene Tiefen, je nachdem wie hell oder dunkel der Teint der Kundin ist.

Wohin zum Freckling?

Sommersprossen-Tattoos sind normalen Tattoos zwar sehr ähnlich, jedoch ist der Prozess beim Freckling etwas anders. So wie man ein normales Tattoo nur bei einem etablierten Tätowierer mit umfassenden Kenntnissen stechen lassen sollte, ist es auch beim Freckling wichtig, jemanden zu finden, der Erfahrung mit Sommersprossen-Tätowierungen hat. Freckling wird außerdem in vielen Kosmetik-Studios angeboten, da dieselben Tools wie beim Microblading von Augenbrauen verwendet werden.

Wie findet man das richtige Muster?

Die Platzierung ist bei jedem Tattoo eine ganz persönliche Sache, aber Sommersprossen-Tattoos konzentrieren sich in der Regel auf die gleichen Bereiche im Gesicht: Die künstlichen Pünktchen werden hauptsächlich auf der Nase und den oberen Wangen verteilt, dort, wo die Sonne am häufigsten auf das Gesicht trifft. Dadurch sehen die tätowierten Sommersprossen so natürlich wie möglich aus. Ziel ist es, die Punkte so zufällig und asymmetrisch wie möglich zu platzieren. Jeder Anschein von Planung oder Muster kann sie künstlich wirken lassen.

Die meisten Kosmetikerinnen binden ihre Kundinnen in den Entstehungs-Prozess mit ein und fügen peu á peu immer mehr Pünktchen hinzu. Je nachdem, wie „sommersprossig“ das Ergebnis sein soll, kann die Behandlung ein bis zwei Stunden dauern.

Hilfreich ist es, ein paar Referenzfotos mitzubringen und vorher mit einem braunen Eyeliner-Stift auszuprobieren, wie der Wunsch-Look im eigenen Gesicht aussieht. Mit Henna-Farbstoff lassen sich Sommersprossen sogar einige Tage „probetragen“.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Behandlung sollte immer mit einer Beurteilung der Haut beginnen. Sind bereits natürliche Sommersprossen vorhanden? Ist die Haut fettig oder trocken? Sobald festgelegt ist, wie „sommersprossig“ das Ergebnis werden soll, kommt eine betäubende Creme zum Einsatz, die circa 30 Minuten lang einwirken muss. Dank dieser Betäubung ist das Schmerzniveau beim Stechen sehr gering.

Während die Betäubung einsetzt, wird das Grundgerüst der Sommersprossen auf dem Gesicht abgebildet. Begonnen wird mit einzelnen Punkten, dann werden je nach persönlichem Geschmack immer mehr hinzugefügt. Dann ist es Zeit zu tätowieren!

Der Zeitaufwand für das Tätowieren der Sommersprossen von ein bis zwei Stunden ist abhängig von der Geschwindigkeit der Kosmetikerin, der Anzahl der Punkte und der Menge an Pigmenten, die zur Herstellung des perfekten Sommersprossen-Farbtons verwendet wird.

Beim eigentlichen Tätowierungsprozess skizziert die Kosmetikerin in der Regel das Design, holt das OK der Kundin ein und sticht es dann mit einer Rotationsmaschine in mehreren Durchgängen. Nachdem die erste Schicht fertig ist, wird normalerweise noch einmal ein betäubendes Gel aufgetragen, bevor es weitergeht. Alternativ lässt sich die Behandlung auch bei einem zweiten Termin fortsetzen. Am Ende des Prozesses werden häufig noch mehr zufällige,  kleinere Punkte hinzugefügt, um ein möglichst natürliches Bild zu erzielen.

Wie lange dauert der Heilungsprozess?

Während das eigentliche Tätowieren der Sommersprossen ein bis zwei Stunden dauern kann, ist die Heilungszeit im Vergleich zu einem normalen Tattoo relativ kurz. Obwohl die Punkte unmittelbar nach dem Tätowieren leicht geschwollen und dunkel erscheinen, verschwinden die Nebenwirkungen in der Regel bereits nach wenigen Stunden – und heilen nach spätestens zwei Wochen vollständig ab. Die Farbe der Punkte verblasst im Laufe der folgenden ein oder zwei Monate zu einem natürlich aussehenden Ton.

Nachsorge

In den ersten 24 Stunden nach der Behandlung darf das Gesicht nicht nass werden. Auch danach unbedingt zu einem milden Reinigungsprodukt greifen und eine parfumfreie Feuchtigkeitscreme verwenden. Jegliche Arten von Duftstoffen können die Haut reizen.

Wer möglichst lange etwas von seinen künstlichen Sommersprossen haben will, sollte den Bereich außerdem tunlichst nicht zu stark peelen. Wer sich allerdings einen weicheren, subtileren Look wünscht, kann die Gesichtsregion etwa sieben bis zehn Tage nach der Behandlung sanft peelen. Das reduziert die Intensität der Farbe.

Wie lange hält Freckling?

Freckling ist nicht für die Ewigkeit. Da sie mit demselben Pigment gestochen werden, das auch für Microblading bei den Augenbrauen verwendet wird, halten die Sommersprossen nur ein bis drei Jahre. Die Pünktchen in dieser Gesichts-Region verblassen mit der Zeit.

Für ein möglichst langanhaltendes Ergebnis empfehlen Experten die erste Behandlung auf zwei Termine aufzuteilen, zwischen denen etwa sechs Wochen liegen sollten. Danach sollte jährlich nachgebessert werden, um den sonnengeküssten Look zu erhalten.

Wie häufig nachbehandelt werden muss, hängt davon ab, wie schnell die Haut die Tinte metabolisiert. Wer zum Beispiel unter Eisenmangel leidet, wird regelmäßig nachbehandeln müssen, da Pigmente auf Eisenbasis bei Eisenmangel schneller von der Haut aufgenommen werden. Treatment-Fans sollten beachten, dass chemische Peelings, Glykolsäure, AHA und andere Peeling-Prozesse das Verblassen der Tätowierung beschleunigen können.

Was kann schiefgehen?

Wie bei jeder Tätowierung gibt es auch beim Freckling gewisse Risiken. Es kann zum Beispiel zu einer allergischen Reaktion auf das Betäubungsmittel kommen. Bei empfindlicher Haut können die winzigen Nadelstiche außerdem zu einer leichten Reizung führen. Unter‘m St(r)ich sind die Risiken jedoch sehr gering.

Wer unter Hauterkrankungen leidet, sollte dies der Kosmetikerin vor der Behandlung auf jeden Fall mitteilen und sich, um auf Nummer sicher zu gehen, von einem Dermatologen grünes Licht für‘s Freckling geben lassen – dann steht dem dauerhaft sonnengeküssten Look nichts mehr im Wege.