Das ursprünglich aus Australien stammende Teebaumöl gilt seit Jahren als wertvoller Beauty-Allrounder. So wird dem Öl, das aus den Blättern des Teebaums gewonnen wird, eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkungsweise nachgesagt. Welche Vorteile das Teebaumöl für die Haut bringt und wie es angewendet werden sollte, erklären wir nachfolgend.

Woher kommt Teebaumöl und wie wirkt es?

Die australischen Einwohner kennen das Teebaumöl bereits seit vielen Jahrhunderten. Schließlich wird es aus dem immergrünen australischen Teebaum, der bis zu sieben Meter hochwächst, gewonnen. Ursprünglich nutzen Ureinwohner das Teebaumöl, um infektiöse Wunden, Entzündungen oder Insektenstiche natürlich zu behandeln. Infolge der Kolonialzeit entdeckten und importierten die Europäer die Heilpflanze.

Heute gilt das ätherische Öl als eine Art natürliches Antibiotikum, das bei vielen Beschwerden und Krankheiten hilft. Dank des sekundären Pflanzenstoffs Terpinen-4-ol soll das Öl eine antibakterielle Wirkung entfalten. Hingegen sind die Monoterpene für die heilende Wirkung verantwortlich. Auch Eucalyptol, das Erkältungsbeschwerden lindern soll, ist im Teebaumöl enthalten. Wie genau und mit welcher Intensität das Öl wirkt, hängt von dessen Dosierung und Reinheitsgrad ab. Richtig angewendet, kann das reichhaltige Öl zur täglichen Hautpflege beitragen.

Das wertvolle Öl bei Fuß- und Nagelpilz anwenden

Wie wissenschaftliche Publikationen belegen, kann Teebaumöl Pilzerkrankungen bekämpfen. Wer beispielsweise an Nagelpilz leidet, kann das Produkt verdünnt zwei Mal täglich auf den betroffenen Nagel auftragen. Schlussendlich ersetzt die Therapie mit Teebaumöl bei Pilzinfektionen allerdings keinen Arztbesuch. Daher sollte das ätherische Produkt eher unterstützend zur medikamentösen Behandlung angewendet werden.

Teebaumöl hilft bei entzündlichen Hautproblemen

Unterschiedliche Studien legen nahe, dass Produkte mit Teebaumöl bei entzündlichen Hauterkrankungen helfen. So konnten Wissenschaftler in zwei klinischen Studien nachweisen, dass Teebaumöl-Produkte entzündliche Akne lindern können. Dafür testeten sie die Produkte an insgesamt 184 Teilnehmern, die zwei Mal täglich ein Gel mit Teebaumlösung auftrugen. Um leichte und mittelschwere Akne zu behandeln, empfiehlt z. Bsp. Australian Bodycare, das Teebaumöl mit Hamamelis (Zaubernuss) zu mischen. Diese Mischung lässt sich regelmäßig auf die betroffenen Hautpartien auftragen. Sofern der ganze Körper betroffen ist, können einige Tropfen Teebaumöl alternativ dem Badewasser beigemischt werden.

Das verwendete Teebaumöl sollte idealerweise von „geprüfter Qualität“ sein. © pixabay/ nir_design

Auch bei Schuppenflechte oder Hautwucherungen kann Teebaumöl die Beschwerden lindern. Damit die Schuppenflechte schwächer wird, sollte man zwei Löffel geschmolzenes Kokosöl mit Teebaumöl mischen. Anschließend ist es ratsam, die Mischung morgens und abends sanft auf der Haut einzumassieren. Verdünntes Teebaumöl kann wiederum möglicherweise dabei helfen, kleine Hautwucherungen abzulösen. Dafür sollte das verdünnte Öl am besten mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle getupft werden.

Teebaumöl bei unreiner Haut anwenden

Dank der talgregulierenden Eigenschaften entfaltet das Teebaumöl auch bei unreiner Haut seine Wirkung. Schon ein paar Tropfen Öl auf einem Wattestäbchen können präventiv gegen Pickel und Mitesser wirken. Damit die unreinen Hautstellen zurückgehen, sollte das Öl idealerweise über Nacht einwirken. Wichtig ist hierbei, das Öl zu verdünnen und jeweils nur punktuell auf die betroffenen Körperstellen aufzutragen. Sofern bereits entzündliche Pickel sichtbar sind, könnte das Teebaumöl die Haut zu sehr reizen. Daher macht es Sinn, das verdünnte Öl lediglich vorbeugend zu verwenden, ehe Pickel und Mitesser auf der Haut „sichtbar“ sind.

Teebaumöl lindert Beschwerden infolge von Insektenstichen

Insektenstiche reizen die Haut und lösen manchmal Infektionen aus. Oftmals verschlimmern sich die Symptome noch, wenn die Betroffenen die juckenden Stellen aufkratzen. Damit die Beschwerden schnell zurückgehen, eignen sich verdünnte ätherische Öle – darunter auch Teebaumöl – zur äußeren Anwendung. Dafür lässt sich das stark verdünnte Öl auf die betroffene Hautstelle auftragen. Auch präventiv entfaltet Teebaumöl einen praktischen Nutzen zur Insektenabwehr: Das naturreine Öl hält mit seinem intensiven Geruch neben Mücken auch Wespen und Zecken auf Abstand.

Teebaumöl kaufen – darauf gilt es zu achten

Abhängig vom jeweiligen Hersteller bringen Teebaumöle unterschiedliche Qualitätsmerkmale mit. Es ist deshalb ratsam, ausschließlich zertifizierte Produkte mit sicherer Herkunft zu verwenden. Insbesondere bei sehr preiswerten Ölen besteht die Gefahr, dass allergische Reaktionen auftreten können. Besser geeignet sind Produkte von spezialisierten Anbietern, die dermatologisch getestet sind.

Zudem lassen sich hochwertige Öle bereits an ihrer Farbe erkennen: Reine Öle bringen eine klare, gelbe Farbe mit und riechen frisch bis würzig. Weitere wichtige Qualitätsmerkmale, die für hochwertige Öle sprechen, sind der Terpinen- und Cineolanteil. Reine Öle sollten maximal 40 Prozent Terpinen und zwischen drei und vier Prozent Cineol enthalten. Mischöle sollten vermieden werden, da sie oftmals von minderwertiger Qualität sind.

Teebaumöl richtig anwenden

  • Auch wenn Teebaumöl sehr nützlich sein kann, ist und bleibt es ein hochkonzentriertes Mittel. Folglich sollte die Anwendung sparsam und wohlüberlegt erfolgen. Generell ist das ätherische Öl ausschließlich zur äußeren Anwendung bestimmt und darf keinesfalls eingenommen werden.
  • Schleimhäute und Augen sollten mit dem Öl nicht in Berührung kommen, da es sonst zu unerwünschten, allergischen Reaktionen kommen kann. Insbesondere für Allergiker und Menschen mit empfindlicher Haut ist Teebaumöl möglicherweise nicht geeignet.
  • Um unerwünschte Hautreaktionen auszuschließen, macht es Sinn, das Öl zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen. Sollten Hautreizungen auftreten, gilt es, das Öl sofort abzusetzen und sich in hautärztliche Behandlung zu begeben.
  • Bisher liegen keine Ergebnisse darüber vor, ob das Mittel für Schwangere und Stillende verträglich ist oder nicht. Auch bei Kindern unter 12 Jahren lässt sich nicht beurteilen, wie gut sie das Öl vertragen. Wer zu diesen Personengruppen gehört, sollte folglich sicherheitshalber mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker Rücksprache zu halten. Um dennoch möglichst achtsam mit der Haut umzugehen, lassen sich alternativ individuelle Dosierungen zusammenstellen. Zudem gibt es Salben, Cremes oder Lösungen, die als Alternative zum reinen Öl in Betracht kommen.

Teebaumöl lichtgeschützt aufbewahren

Unverdünntes Teebaumöl lässt sich bei Raumtemperatur gut geschützt lagern. Einmal angebrochen, hält das Produkt rund sechs Monate. Damit das empfindliche Öl verträglich bleibt, empfiehlt das Bundesamt für Risikobewertung, es in lichtgeschützten Verpackungen aufzubewahren. Da das Öl durch Licht und Sauerstoff oxidiert, können mit der richtigen Lagerungsweise unerwünschte Hautreaktionen verringert werden. Hat das Produkt das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, sollte es nicht mehr verwendet werden.