Was für viele zunächst nach einem Beauty-Marathon klingt, ist in Korea längst Teil einer etablierten Hautpflegekultur: die sogenannte K-Beauty-Routine. Reinigungsöl, Reinigungsgel, Peeling, Toner, Essenz, Serum, Ampulle, Gesichtsmaske, Augencreme, Feuchtigkeitscreme und Sonnenschutz. Doch profitiert die Haut tatsächlich von dieser K-Beauty-Routine?

Die kurze Antwort lautet: nein. Hinter der oft zitierten „10-Step-Routine“ steckt weniger ein starres Programm als ein Prinzip: Die Haut soll gezielt, sanft und möglichst bedürfnisorientiert gepflegt werden. Entscheidend ist deshalb nicht die Anzahl der einzelnen Schritte bzw. Produkte, sondern was die eigene Haut tatsächlich braucht.

Aber nun erst einmal zur 10-Step-K-Beauty-Routine:

Schritt 1: Öl-Reinigung

Der klassische Einstieg in die koreanische Routine ist ein Reinigungsöl. Es löst fetthaltiges Make-up und wasserfesten Sonnenschutz besonders effektiv.
Außerdem ist es sanfter zur Haut und entzieht trockener Haut nicht zusätzlich Feuchtigkeit.

Schritt 2: Reinigungsgel

Im zweiten Schritt folgt ein mildes Reinigungsgel, das wassrlöslich ist. Dieses entfernt verbliebene Ölrückstände und Verschmutzungen.
Aber Vorsicht: Sehr empfindliche Haut kann durch übermäßige Reinigung schnell aus dem Gleichgewicht geraten.

Schritt 3: Peeling

Leichte, milde PHA-Peelings sind sanft zur Haut und können täglich angewendet werden.
Sie entfernen abgstorbene Hautzellen und sorgen für eine glatte Haut.

Aber Vorsicht: Mit 1-2 Anwendungen in der Woche sollte die Haut langsam daran gewöhnt werden.

Schritt 4: Toner

Ein alkoholfreier milder Toner stabilisiert den pH-Wert, spendet Feuchtigkeit und beruhigt die Haut. Der Toner bereitet die Haut auf die nachfolgenden Pflegeschritte vor.

Schritt 5: Essenz

Essenzen werden vor dem Serum aufgetragen. Sie haben häufig eine leichte, wässrige bis gelartige Textur und spenden zusätzlich viel Feuchtigkeit. Je besser eine Haut durchfeuchtet ist, desto widerstandsfähiger ist sie.

Schritt 6: Serum oder Ampulle

Jetzt wird es intensiver. Seren und Ampullen enthalten höhere Konzentrationen an Wirkstoffen und werden bei bestimmten Hautbedürfnissen eingesetzt – etwa trockene oder empfindliche Haut, Pigmentflecken, Unreinheiten oder Anti-Aging-Wirkstoffe.

Dabei enthalten Ampullen einen noch höheren Wirkstoffanteil, die einmal pro Woche oder kurmäßig eingesetzt werden.

Schritt 7: Gesichtsmaske

Die Gesichtsmaske gibt einen zusätzlichen Pflegekick und sollte auf das jeweilige  Hautproblem abgestimmt sein.

Masken, die anschließend mit Wasser abgewaschen werden, sollten vor dem Serum oder Ampulle angewendet werden. Es wäre doch schade, wenn auch die kostbaren Wirkstoffe der Seren wieder abgewaschen werden.

Während Masken, deren Reste einmassiert bzw. Überschüsse mit einem Papiertuch entfernt werden, wie z. Bsp. bei Tuchmasken, werden nach dem Serum angewendet.

Schritt 8: Augenpflege

Die Haut um die Augenpartie ist dünner, hat keine Talgdrüsen und reagiert bei manchen Menschen besonders empfindlich. Augencremes sind deshalb häufig leichter formuliert und spenden gezielt Feuchtigkeit.

Schritt 9: Feuchtigkeitscreme

Die Feuchtigkeitscreme bildet den wichtigen Abschluss der Pflegeroutine, sie sorgt dafür, dass die vorherigen Pflegeprodukte länger in der Haut bleiben. Sie spendet zusätzlich Feuchtigkeit und verhindert, dass die Haut schnell wieder die Feuchtigkeit verliert.

Je nach Hauttyp kann die Textur variieren: leichte Gel-Cremes für ölige Haut, reichhaltigere Cremes für trockene Haut oder besonders leichte Formulierungen für empfindliche Haut.

Schritt 10: Sonnenschutz

Der letzte Pflegeschritt am Morgen ist der Sonnenschutz. Er schützt die Haut vor UV-Strahlung, die unter anderem zur vorzeitigen Hautalterung und zur Entstehung von Pigmentveränderungen beitragen kann.

Muss es wirklich immer die 10-Step-Routine sein?

Nein. Die „10-Step-K-Beauty-Routine“ sollte eher als Konzept denn als Vorschrift verstanden werden. Eine effektive Routine kann aus drei, fünf oder zehn Schritten bestehen.

Für viele Hauttypen reicht beispielsweise:

Morgens:
Reinigung → Augenpflege → Feuchtigkeitspflege → Sonnenschutz

Abends:
Reinigung → Serum oder Ampulle → Augenpflege → Feuchtigkeitscreme

FAZIT

Bei der Beauty-Routine sollte immer der konkrete Nutzen für die eigene Haut im Vordergrund stehen, denn jede Haut ist und reagiert anders.

Denn so attraktiv das Layering vieler Produkte sein kann: Mehr Pflege bedeutet nicht automatisch eine bessere Haut. Besonders vorsichtig sollten Menschen sein, deren Haut schnell gereizt reagiert. Zu viele Produkte, häufiges Peeling oder die gleichzeitige Verwendung mehrerer aktiver Wirkstoffe können Rötungen, Trockenheit oder Brennen begünstigen.

Im Mittelpunkt sollte eine Hautpflege stehen, die auf regelmäßige Reinigung, viel Feuchtigkeit und konsequenten UV-Schutz setzt.

Wer seine Hautpflege nach diesem Prinzip aufbaut, muss weder zehn Produkte verwenden noch jeden Beauty-Trend mitmachen. Die Haut gibt vor, was und wie viele Schritte sie tatsächlich braucht.