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Narben

NarbenBildquelle: budabar/panthermedia

Die Akne ist endlich ausgeheilt – doch der Teint wirkt wie eingekerbt? Der Sturz mit dem Fahrrad ist glimpflich ausgegangen – aber am aufgeschlagenen Knie bleibt eine Narbe zurück? Die richtige Vorsorge und eine geeignete Behandlung tragen dazu bei, dass die Narbenbildung möglichst unauffällig bleibt.

Oberflächliche Abschürfungen an der Haut oder ein Schnitt am Finger heilen meist ab, ohne Spuren zu hinterlassen. Bei tieferen Verletzungen jedoch entsteht im Rahmen der natürlichen Wundheilung eine Narbe. „Die Narbenbildung ist ein normaler Schutzmechanismus, bei dem die Wunde durch Bindegewebsstrukturen verschlossen wird“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Gerd Gauglitz, Hautarzt in München.

Je nach Heilungsverlauf und auch Veranlagung kann es jedoch zu einer unzureichenden oder übermäßigen Bildung von Narbengewebe kommen. In der Folge können Ausprägungen entstehen: atrophe Narben, die unter das Hautniveau eingesunken sind, oder überschießende Narben mit einer vermehrten Bindegewebswucherung.

Atrophe Narben können sich nach einer schweren Akne entwickeln, bei der ausgeprägte, anhaltende Entzündungen zu einer Schädigung von tieferen Strukturen in Lederhaut und Unterhautfettgewebe führen. Dieser Substanzverlust wird als Einsenkung sichtbar. „Um unschönen Narben vorzubeugen, ist eine effektive hautärztliche Behandlung der Akne wesentlich“, betont Dr.Gauglitz.

Bei überschießenden Narben werden hypertrophe Narben und Keloide unterschieden. Bei hypertrophen Narben kommt es in den ersten Wochen nach einer Hautverletzung zu einer beschleunigten Wucherung von Narbengewebe, die meist auf das ursprüngliche Wundareal begrenzt bleibt. Die Narbe ist anfänglich gerötet, stabilisiert sich im Laufe der Zeit und verblasst häufig weitgehend. Zurückbleibende Narbenstränge bilden sich manchmal von selbst ein wenig zurück. Begünstigt werden hypertrophe Narben durch eine verzögerte Wundheilung und Wundinfektionen sowie Zug und Spannung auf der frischen Narbe.

Keloide entstehen vor allem bei familiärer Veranlagung, bei dunkelhäutigen Hauttypen und in Lokalisationen wie der Brustregion, den Schultern oder an den Ohrläppchen. Keloide entwickeln sich häufig bereits nach geringfügigen Verletzungen, können über das ursprüngliche Wundgebiet hinaus wuchern und in manchen Fällen jahrelang weiterwachsen. Hypertrophe Narben und Keloide sind nicht nur unschön, sie können jucken, schmerzen, spannen und insbesondere im Bereich der Gelenke zu Bewegungseinschränkungen führen. „Zur Vorbeugung hypertropher Narben ist eine fachgerechte ärztliche Versorgung von Verletzungen und Verbrennungen sowie nach Operationen wichtig“, betont der Hautarzt. Der Patient kann selbst zu einer ungestörten Wundheilung und unauffälligen Narbenbildung beitragen (Tipps siehe Kasten).

„Um hypertrophen Narben vorzubeugen, kann auch die Anwendung von speziellen Präparaten mit Silikon oder Zwiebelextrakt versucht werden“, so Dr. Gauglitz.

 

Zur Behandlung störender Narben stehen in der Hautarztpraxis je nach Narbentyp verschiedene Verfahren zur Verfügung. „Ein spannender neuer Ansatz bei Aknenarben, aber auch bei älteren hypertrophen Narben ist der Einsatz von fraktionierten Lasersystemen“, berichtet der Dermatologe. Durch diese spezielle Technologie werden mikroskopisch kleine Reize gesetzt, die eine Umwandlung von Narbengewebe unterstützen und ein weniger auffälliges Narbenbild bewirken. Es sind aber immer mehrere Sitzungen in Abständen von mehreren Wochen notwendig. Alternativen stellen das Medical Needling oder die Nadel-Radiofrequenz dar. Auch hier sind mehrere Behandlungen erforderlich.

Überschießende Narben können am besten behandelt werden, solange sie noch frisch und aktiv sind. „Beginnt die Narbe zu wuchern, sollte daher frühzeitig ein Hautarzt zu Rate gezogen werden“, empfiehlt Dr. Gauglitz. Durch das Einspritzen von Kortison in das Narbengewebe werden Entzündungen und eine übermäßige Bildung von Narbengewebe eingedämmt. Eine Kombination mit einer vorherigen Vereisungsbehandlung ist besonders effektiv. Bei Keloiden werden anstatt Kortison auch bestimmte Chemotherapeutika direkt in das Narbengewebe eingespritzt, um die Aktivität der Wucherung zu bremsen. Ebenfalls möglich ist heute eine intraläsionale Kryotherapie, bei der das Keloid mit einer speziellen Sonde von innen vereist wird. Nachdem die hypertrophe Narbe abgeflacht ist oder das Keloid an Größe abgenommen hat, können auffällige Rötungen mit dem Farbstofflaser gemildert werden. Mit verschiedenen Lasersystemen kann auch versucht werden, übermäßiges Narbengewebe zu entfernen.

„Alle Verfahren zur Behandlung von Narben sollten Sie nur in der Praxis eines versierten Dermatologen durchführen lassen“, rät Dr. Gauglitz. Die Erwartungen sollten realistisch sein: Durch die richtige, individuell abgestimmte Behandlung lassen sich auffällige Narben zwar deutlich bessern, jedoch nicht völlig zum Verschwinden bringen. Es erfordert Geduld und dauert manchmal Monate, bis sich die Narbenqualität bessert.

 

Hautarzt-Tipps: Frische Narben schützen!

Wer frische Verletzungen schützt, kann unliebsame „bleibende Erinnerungen“ oft vermeiden. Der Hautarzt weiß, wie unschöne Narben vermieden werden können:

  • Vermeiden Sie Manipulationen an Aknepickeln und Pusteln. Besser eine professionelle Ausreinigung bei der Kosmetikerin und eine geeignete Behandlung beim Hautarzt durchführen lassen.
  • Schützen Sie Wunden und Verletzungen vor Verschmutzungen. Lassen Sie die Wunde in Ruhe abheilen: Schorf nicht abkratzen, Fäden nicht vorzeitig entfernen.
  • Frische Narben sollten möglichst wenig Spannung oder Zug ausgesetzt oder erneut verletzt werden. Deshalb Vorsicht bei sportlichen Aktivitäten!
  • Solange die Narbe noch frisch ist, sollten Sie ausgedehnte Bäder meiden.
  • Narben sollten gut vor UV-Licht geschützt werden. Nach der Narbenbehandlung ist Sonnenschutz ein Muss!

 

 

Quelle: Bundesverband der Deutschen Dermatologen

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