Du fühlst dich fit for fun und hast trotzdem einen müden Blick? Der kann durch sog. Schupflider bedingt sein. Kein Grund zum Verzweifeln, denn auch hiergegen ist das sprichwörtliche Kraut gewachsen.

Wobei „Kraut“ nicht unbedingt im engeren Sinn zu verstehen ist, denn gegen Schlupflider helfen leider keine Gurkenscheiben und auch keine Cremes mit straffenden Inhaltsstoffen. Letztere können zwar bis zu einem gewissen Grad vorbeugen, aber im Nachhinein nichts beheben.

Woher kommen die Schlupflider?

Man spricht von Schlupflidern, wenn die Deckfalte der Oberlidhaut schürzenartig herabhängt und so das Augenlid bei geöffnetem Auge nicht oder nur teilweise sichtbar ist. Schlupflider sind meist angeboren, entwickeln sich aber oft auch durch den natürlichen Alterungsprozess. Ab Mitte 30 bildet nämlich das Bindegewebe weniger von seiner Straffmacher-Faser Elastin und von der Polstersubstanz Kollagen. Die Haut verliert ihre Spannkraft, was einen Hautüberschuss am Lid zur Folge haben kann.

Make-up und Silikonpflaster bei Schlupflidern

Bei leichten Schlupflidern sind Make-up-Tricks die erste Wahl. Nach dem Motto „Helles sticht optisch hervor, Dunkles drängt zurück“ sollten die beweglichen Lider mit einem hellen Lidschatten grundiert werden. Die Lidfalte und auch ein Stück des überhängenden Lids wird dann mit ein oder zwei dunkleren Nuancen betont. Dadurch wirkt das Auge offener und optisch größer, Schlupflider fallen weniger auf. Wer noch mehr tun möchte, kann auf hautfreundliche und transparente Silikonpflaster zurückgreifen. Sie werden auf die Lidfalte geklebt und liften die schlaffe Haut. Durch das darüber aufgetragene tägliche Make-up werden sie unsichtbar. Natürlich wirken sie nur, solange sie angewendet werden.

Operative Lidstraffung

Wenn die Schlupflider extrem sind, können sie unter Umständen das Sehen beeinträchtigen. Durch das Lid herabgedrückte Wimpern können die Augenoberfläche reizen, was in seltenen Fällen zu Entzündungen führen kann. Wer sich durch seine Schlupflider stark beeinträchtigt fühlt, hat die Möglichkeit, mit einer operativen Lidstraffung (Blepharoplastik) Abhilfe zu schaffen. Nach einer örtlichen Betäubung entfernt der Facharzt das entsprechende Gewebe samt überflüssiger Fettdepots und vernäht die Wunde derart, dass hinterher so gut wie keine Narbe mehr zu sehen ist, die zudem in der Lidfalte verschwindet.

Lidstraffung ohne Operation

Neu ist ein minimalinvasiver Eingriff mit dem so genannten Plasma Pen, der bei milden Schlupflidern zum Einsatz kommt. Es handelt sich um ein speziell entwickeltes Gerät in Stiftform, das die Luft ionisiert, dadurch eine Plasmawolke erzeugt und so eine präzise Entfernung des Gewebes ohne Skalpell erlaubt, quasi durch ein punktuelles „Verdampfen“ der Haut. Der Pen strafft das Lid sofort und ganz ohne Narben. Unmittelbar nach dem Eingriff zeigen sich Rötungen, Schwellungen und später Krusten, die aber kurzfristig abklingen bzw. abfallen. Durch das Auftragen einer Betäubungssalbe ist die Behandlung praktisch schmerzfrei.

Fazit

Je nach Ausprägung der Schlupflider gibt es also verschiedene Methoden, diese effektiv zu behandeln. Gegen eine genetische Prädisposition lässt sich zwar nichts machen, aber ein gesunder Lebenswandel mit viel Schlaf und ausgewogener Ernährung, abschwellende, straffende Cremes – und ein betörendes Lächeln – helfen, Schlimmerem vorzubeugen bzw. den Blick anderer vom vermeintlichen Makel abzulenken.