Gerade für Männer gilt: Eine Glatze kann die besonderen Vorzüge unter Umständen erst so richtig zur Geltung bringen. Echte Charakterköpfe machen es zu ihrem Markenzeichen. Meist ist die Entscheidung jedoch nicht freiwillig. Haarausfall kann uns in jedem Alter treffen und belastet die Betroffenen oft sehr. Wir beleuchten die unterschiedlichen Gründe für Haarausfall und zeigen die Möglichkeiten sowie Grenzen auf, dem etwas entgegenzusetzen.

Grob unterteilen lässt sich Haarausfall in die Formen: anlagebedingt, kreisrund und diffus. Darüber hinaus bestehen eine Vielzahl spezieller Formen, die durch vielfältige Ursachen und Symptome gekennzeichnet sind. Die drei häufigsten Formen sollen hier im Folgenden kurz dargestellt werden.

Was ist ein anlagebedingter Haarausfall

Bei Männern äußert sich diese Form des Haarausfalls meist durch die typischen Geheimratsecken, aber auch durch Lichtungen im Bereich des Haarwirbels am Hinterkopf, dem sogenannten Tonsurbereich. Bei Frauen dünnt sich das Haar aus genetischen Gründen dagegen vor allem an Scheitel und Oberkopf aus. Während der genetisch bedingte Haarausfall bei Männern bis hin zur vollständigen Glatze führen kann, ist dies bei Frauen normalerweise nicht der Fall. Der genetisch bedingte Haarausfall ist auf ein Umwandlungsprodukt von Testosteron, das körpereigene Hormon DHT, zurückzuführen. Die Haarfollikel reagieren bei dieser Art des Haarausfalls überempfindlich auf DHT, was die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln stört und die Wachstumsphasen der Haare verkürzt.

Der kreisrunde Haarausfall

Er betrifft ebenfalls beide Geschlechter und zeichnet sich durch kahle rundliche Stellen, meist am Kopf, seltener auch an Wimpern, Bart, Augenbrauen und anderen behaarten Körperstellen aus. Am häufigsten tritt das Phänomen mit dem wissenschaftlichen Namen „Alopecia areata“ bei Zwanzig- bis Dreißigjährigen auf. Es wird durch eine Autoimmunerkrankung hervorgerufen, bei welcher Immunzellen die Haarwurzel fälschlicherweise als Fremdkörper betrachten und folglich angreifen. Diese kahlen Stellen wachsen in über 80 Prozent der Fälle irgendwann wieder zu.

Woran erkennt man den diffusen Haarausfall?

Wenn sich das Haar lichtet und gleichmäßig dünner wird, spricht man vom diffusen Haarausfall. Die Gründe für diese Art von Haarverlust sind im Normalfall in den äußeren Lebensumständen zu suchen. Häufige Auslöser ist ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Eisen, Vitamin B, Biotin, Zink und essentiellen Fettsäuren. Nicht zu unterschätzen sind auch die Einflüsse durch eine ungesunde Lebensweise, die sich in körperlichem und psychischem Stress manifestieren. Ebenfalls in Frage kommen Funktionsstörungen der Schilddrüse sowie Hormonschwankungen. Weil Frauen von solchen hormonellen Schwankungen im Schnitt stärker betroffen sind als Männer, ist auch der diffuse Haarausfall bei ihnen häufiger vorzufinden.

Das Problem an der Wurzel packen

Der durch Stress und Umwelteinflüsse bedingte Haarausfall wird auch als reversibler Haarausfall bezeichnet, während hormonell bedingter Haarausfall auch als irreversibler Haarausfall gilt. Schon anhand dieser Benennung werden klare Unterschiede deutlich. Beim reversiblen Haarausfall werden die Haarfollikel nicht dauerhaft geschädigt, weswegen die Haare nach Behandlung der Ursachen auch wieder wachsen. Beim irreversiblen Haarausfall kann eine Haartransplantation hingegen das letzte Mittel sein, um die verlorene Haarpracht wieder zu bringen. Egal, welche der beiden Formen vorliegt, einige Faktoren können dem Haarausfall gezielt vorbeugen und entgegenwirken.
Bei der täglichen Haarpflege sollte auf ein mildes Shampoo oder spezielle Haarpflegeprodukte, die extra für Haarausfall entwickelt wurden, zurückgegriffen werden. Aggressive Reinigungssubstanzen und chemisches Färben strapazieren das Haar hingegen und können die Kopfhaut austrocknen. Ebenfalls ungünstig wirken sich Genussmittel und bestimmte Medikamente auf den Körper aus, weil sie vorhandene Minerale und Vitamine rauben, die an den Haarwurzeln dann fehlen.

Auf eine nährstoffreiche Ernährung achten

Eine gute Nährstoff- und Vitaminversorgung der Kopfhaut und der Haarfollikel ist wichtig, um dem Haarausfall bestmöglich entgegenzuwirken. So sind beispielweise Eisen, Biotin und Zink nachweislich wichtig für ein gesundes Haarwachstum. Über die Ernährung kann somit schon viel für eine ausreichende Nährstoffversorgung der Haare getan werden. Wem es schwer fällt, dauerhaft auf eine gesündere Ernährung zu achten, der könnte durch die längerfristige Einnahme von Nahrungsergänzungspräparaten eine positive Wirkung erzielen. Haarprodukte wie Shampoos und Spülungen, die speziell für dünner werdendes Haar entwickelt wurden, enthalten im Normalfall auch eine Kombination aus Nährstoffen und Wirkstoffen, die sich günstig auf die Haare und ihre Follikel auswirkt.
Insbesondere beim hormonell bedingten Haarausfall gilt der Wirkstoff Minoxidil als gut wirksames Mittel. Es unterstützt die Blut- und Nährstoffversorgung des Haares, vergrößert die Haarfollikel, stimuliert das Haarwachstum und greift in den Zyklus aus Wachstum und Ruhephasen der Haarbildung ein. In einigen Shampoos ist auch Koffein enthalten – dies soll die Blutgefäße erweitern und damit die Durchblutung der Kopfhaut verbessern und die Nährstoffaufnahme über die Haarfollikel erleichtern. Auch das Koenzym Q10 hat unter Haarexperten einen guten Ruf, denn aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften wirkt es umweltbedingten Stressfaktoren entgegen. Es verbessert zudem ebenfalls die Durchblutung und die Sauerstoffzufuhr der Kopfhaut.

 

Text: medicalpress