Schon klar: Wir alle wissen, dass Sonnenbrände schädlich sind. Sie schaden nicht nur der Haut, lassen sie schneller altern und Falten werfen, sie bergen auch ein ernstes gesundheitliches Risiko. Erhöhen sich doch das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um eine vielfaches. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) stellt fest: „Wer seine Haut den Sonnenstrahlen zu lange und zu oft aussetzt, muss mit zum Teil gefährlichen Konsequenzen rechnen und wer ohnehin einen sehr hellen Hauttyp hat, sollte am besten erst gar nicht unbekleidet in die Sonne gehen.“ So weit, so bekannt. Doch noch immer gibt es offenbar viele, die ihre ganz eigene Taktik wählen, um mit der ersehnten Bräune aus dem Urlaub zu kommen. Denn viel zu oft heißt es noch immer: Keine Bräune, keine Erholung.

Auf Rot folgt Braun ist ein Trugschluss

So haben einige die Taktik entwickelt, sich so lange in die Sonne zu legen, bis sie krebsrot verfärbt sind. Sie beharren darauf, dass nach dem „rot“ das „braun“ folgt. Ein gefährlicher Trugschluss, wie auch die Techniker-Krankenkasse in ihren „Mythen rund um das Sonnenbaden“ auflistet. Erst rot, dann braun sei „ein riskanter Irrglaube“, denn ein Sonnenbrand bereite Bräunung nicht vor, sondern sei vielmehr eine Brandverletzung, die die Haut schädige. Soll heißen, „jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko für Hautkrebs.“ Zumal die meisten mit einer helleren Haut wenig von der erst-rot-dann-braun-Taktik haben, da sich die Haut nach der Röte schäle, um dann wieder blasse Haut zu hinterlassen.

Tipps vom Dermatologen

Dr. Christoph Liebich, Hautarzt aus München und Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Dermatologen, rät, die Sonne zwischen 11 und 16 Uhr, so weit möglich, grundsätzlich zu meiden. Wer sich dennoch in die Sonne wage, dem rät Liebich zu textilem Lichtschutz, um sich vor der Sonne zu schützen. Das heißt, möglichst langärmelige Kleidung und Sonnenhut zu tragen, um die Haut möglichst effektiv zu schützen. Wohlgemerkt sollte man stets auch dann Sonnencreme verwenden, wenn man darüber Kleidung trägt.

Besonders gefährdet seien die sogenannten Sonnenterassen, Oberlippe, Ohren, Kopf. „Gerade, wenn man als Mann wenig Haare auf dem Kopf hat“, so Liebich. Eine Kappe sei immer eine gute Idee.

Um sich effektiv zu schützen, reiche die Tagescreme mit eingebautem Lichtschutzfaktor nicht aus, so Liebich. Vielmehr rät er zu einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Und auch hier gilt, möglichst nicht sparsam verwenden. „Ein guter Richtwert sind etwa zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter“, sagt Liebich. Das bedeute bei einer etwa 1,80 Meter großen Person etwa 20 bis 25 Gramm Creme. Wie viel ist das nun? Eine Faustregel besagt, dass zehn Gramm ungefähr einem Esslöffel entspricht. Das macht also zwei bis drei Esslöffel Creme für den gesamten Körper. Doch aufgepasst: Nach dem Schwimmen oder jedem Schwitzen sollte die Cremeschicht erneuert werden.

Wen es dann aber doch mal erwischt hat, der greift gerne zu After Sun-Produkten. „Die sind aber gar nicht notwendig“, weiß Dr. Liebich. „Eine hauttypgerechte Pflege“ sei völlig ausreichend. Wer zu öliger Haut neigt, greift zu leichten Formulierungen als derjenige mit trockener Haut, der eine reichhaltigere Creme verwenden sollte. Wen es schwer erwischt hat, dem empfiehlt Liebich eine Cortisoncreme. „Auch Aspirin kann helfen, wenn man eine Entzündung hat“, so der Münchner Dermatologe.

Andere schwören unter anderem auf Aloe Vera. Der Pflanzenextrakt soll kühlend und beruhigend auf die Haut wirken. Auch zinkhaltige Salben sollen helfen, Entzündungen zu reduzieren. Wieder andere schwören auf Vitamin E. Es soll die Zellheilung der Haut beschleunigen.

Und so halten es die Australier

Am besten aber, wir halten es wie die sonnengeplagten Australier, denn die sollten nun wirklich wissen, wie man sich am besten verhält. Sie predigen den Spruch: Slip, slop, slap, seek, slide! Auf Deutsch: Schlüpfe in ein Hemd, creme dich ein, setze einen Hut auf, suche Schatten und trage eine Sonnenbrille. Dann sollte nichts mehr schiefgehen.