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Achtsamkeit statt Wellness?

WellnessBildquelle: Klosterhof Artemacur Spa

Wer Wellness sucht, wünscht sich heute vor allem die große Wunderpackung Achtsamkeit. Für weniger Unruhe-Empfinden und für ein neuentdecktes Vertrauen in das eigene Selbst. Wellnesshotels machen ihren Gästen heute viele „Startangebote“ jenseits bisher verstandener Medical Wellness.

Kunst, Kultur und Konzeptmedizin im Klosterhof

Nein, er sitzt nicht im Arztkittel da. Weder auf der Website seines Gesundheitszentrums. Noch beim Gespräch in der Lobby, bei dem Dr. Andreas Färber die große Gedanken- und Konzeptwelt seines 2016 eröffneten Hotel Klosterhof in Bayerisch Gmain beschreibt. Als Entwicklungsmediziner in der Tuberkuloseforschung hat er jahrelang bei Auslandseinsätzen gesehen, was körperliches Leid bedeutet. Zurück in Deutschland beobachtet er immer wieder, wie sehr der Trend zur Selbstoptimierung die Menschen unzufriedener macht. Wie sehr Burnout und Sinnsuche Hand in Hand gehen. Und wie sehr die Menschen individuell abgeholt werden wollen. Im Klosterhof rückt er daher mit seiner Frau Henrike das Verhältnis der Menschen zum Leben in den Fokus. Mit viel Kunst, Kultur und Spa. Seit letztem Herbst zudem mit seiner Konzeptmedizin im eigenen Artemacur-Gesundheitszentrum. Artemacur als die Kunst, sich selbst zu pflegen. Statt reine Diagnosemedizin „individuell adaptierte Prävention“. Mit veränderten Blickwinkeln, neuen Optionen und philosophischen Aspekten der Lebensqualität. Quasi Achtsamkeit als medizinreduziertes, individuelles Gesundheitskonzept. Achtsamkeit als Weg zu mehr Gesamtzufriedenheit.

Achtsamkeit als echte Handlung

Viele Hoteliers und Veranstalter haben erkannt: Das leise, bedachte Wort Achtsamkeit oder „Mindfullness“ schwebt über nahezu allem, wonach die Menschen in der als so hyperhektisch empfundenen Zeit suchen. Seit Jahren schafft es der „Superstar“ Achtsamkeit auf die weltweiten Titelseiten der Nachrichten- und Modemagazine. Es gibt heute Achtsamkeitstrainer, Achtsamkeits-Cafés und Achtsamkeits-Abreißkalender. Und am Ende bleibt trotz aller Kommerzialisierung viel Substanz. Denn gerade weil viele Menschen zu Unruhe, Sinnsuche und zum Ausgebranntsein neigen, gilt Achtsamkeit als eine uralte Methode der Stressreduktion, die mehr denn je in unsere Zeit passt. Und so hat Achtsamkeit, so der Zukunftsforscher Matthias Horx, sogar das Zeug dazu, den „faden Begriff Wellness“ abzulösen. Denn „Achtsamkeit ist Handlung – ein innerer Prozess mit vielen Konsequenzen und Bedingungen.“ Quasi kein schicker Luxus-Frischekick, sondern ernsthaft und fordernd.

 

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