Das ausgiebige Sonnenbad ist für viele der Inbegriff sommerlicher Freizeitgestaltung. Es verleiht der Haut einen gesunden, knackigen Teint und wirkt sich auf vielerlei Weise positiv auf den Körper aus. So stärkt es das Immunsystem, indem es die Bildung weißer Blutkörperchen fördert und intensiviert durch die verstärkte Vitamin-D-Zufuhr den Knochenbau. Das Vitamin D ist auch zuständig für die Senkung des Cholesterinspiegels. Da die Sonneneinstrahlung die Blutgefäße weitet, wirkt sie sich darüber hinaus blutdrucksenkend aus. Das sind nur einige der Vorteile, die wir dem Sonnenbaden verdanken.

Dass das Sonnenbad auch riskante Aspekte in sich birgt, ist allgemein bekannt. Kein vernünftiger Mensch setzt sich heute noch der Sonnenbestrahlung ohne gutes Sonnenschutzmittel aus, je nach Sonnenintensität oder gewünschtem Bräunungsgrad mit dem entsprechenden Lichtschutzfaktor. Doch wer seiner sonnenstrapazierten Haut wirklich etwas Gutes tun will und keine Nachfolgeschäden riskieren möchte, lässt es dabei nicht bewenden. Eine gute After Sun-Behandlung erst macht das Sonnenbad zu einer rundum positiven und risikolosen Angelegenheit.

 

Was ist eine After Sun-Behandlung eigentlich?

Das Thema After Sun lässt sich in zwei Bereiche aufteilen: Produkte und Anwendungen. Den weitaus größten Bereich nehmen die After Sun-Produkte ein, die in einem unübersehbaren Sortiment unterschiedlicher Marken und Darreichungsformen den Markt bevölkern. Unter Anwendungen sind Behandlungen gegen die Folgen von Sonnenexposition zu verstehen, wie sie etwa in Kosmetikstudios angeboten werden.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass After Sun-Produkte nur bei Sonnenbrand zur Anwendung kommen müssen. Das Sonnenbad hat eine Reihe nachteiliger Auswirkungen auf die Haut, die durch eine Behandlung mit After Sun-Produkten aufgefangen werden können. Besonders intensive Sonnenanbeter/Innen sollten daher bei der Nachbehandlung nicht leichtsinnig sein.

 

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Wenn sich bei zunehmendem Alter Hautprobleme einstellen, geht das in vielen Fällen auf die übermäßige, über Jahre andauernde Zufuhr von UV-Licht zurück, so, wie das bei ungeschütztem oder unzulänglich nachbehandeltem Sonnenbaden geschieht. Das ist eine der Hauptursachen für Hautkrebs. Dieser Zusammenhang wurde schon früh entdeckt: Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es erste Sonnenschutzmittel. Von Anfang an wurden Präparate nicht nur zur Verwendung während des Sonnens, sondern auch für die Anwendung danach angeboten. Typische Vertreter früher Sonnenschutzmittel waren Limetten– und Gurkensaft, Wasserstoffperoxid, Milchsäure mit beigemischtem Rosenwasser und Glycerin oder Iod. Ein typisches After Sun-Mittel der damaligen Zeit war das Bad in Buttermilch. In den 1940er-Jahren begann dann die industrielle Herstellung von Sonnenschutzmitteln und After Sun-Produkten, wie wir sie heute kennen.

Die meisten After Sun-Produkte sind Emulsionen, wie sie Cremes oder Lotions darstellen. Darin enthalten sind antioxidative und entzündungshemmende Wirkstoffe, zusätzlich zu feuchtigkeitsspendenden Substanzen. In den meisten Fällen handelt es sich um Zutaten auf pflanzlicher Basis, beispielsweise das Glycyrrhizin der Süßholzwurzel oder das Bisabolol und Azulen der Kamille. Dazu kommen meistens noch verschiedene pflanzliche Extrakte wie Kamille und Hamamelis. Seit einigen Jahren hat sich verstärkt Aloe Vera dazugesellt.

Ein modernes After Sun-Produkt enthält aber noch eine Reihe weiterer Ingredienzen. In den meisten Produkten sind auch die fettlöslichen Vitamine A, C und E, ungesättigte Fettsäuren, Kollagen, Jojobaöl, Aminosäuren aus dem Seidenprotein Fibroin, Menthol, Allantoin und Panthenol enthalten.

 

After Sun-Superstar Aloe Vera

Dass Aloe Vera bei den After Sun-Produkten in den vergangenen Jahren derart an Bedeutung gewonnen hat, kommt nicht von ungefähr. Die Pflanze aus der Gattung der Aloen ist ein wahres Genie, wenn es um die Pflege und Reparatur der Haut geht.

Der Hauptwirkstoff der Aloe Vera ist das Polysaccharid Acemannan, auch Aloverose genannt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form von Zucker, die der Mensch aus eigener Kraft nur bis zur Pubertät herstellen kann. Da der Körper Aloverose aber auch danach benötigt, muss sie mit der Nahrung aufgenommen oder dem Körper auf anderem Wege zugeführt werden.

Aloverose hat mehrere wichtige Anwendungsgebiete. Sie wirkt antiviral, entzündungshemmend und sogar gegen Pilzbefall. Durch ihre Eigenschaft, die weißen Blutkörperchen anzuregen, hat sie darüber hinaus noch eine stärkende Wirkung auf das Immunsystem.

Doch das ist nicht alles. Aloverose reinigt und entsäuert den Darm, wirkt sich also positiv auf die Verdauung aus. Dazu kommt eine aufbauende Wirkung bei Sehnen, Bändern, Knorpel und Gelenken, was Aloe Vera auch für die Arthrosebehandlung einsetzbar macht.

Wichtig für den Einsatz in After Sun-Produkten ist: Je höher der Anteil an Aloverose, desto größer ist auch der Anteil an effektiv wirkenden Vitalstoffen. Dieses Kriterium ist gerade bei der Anwendung auf der Haut von besonderer Bedeutung. Man sollte also beim Kauf von After Sun-Produkten auf Aloe Vera-Basis immer auf die Zusammensetzung achten und den Aloverose-Wert mit dem anderer Produkte vergleichen.

 

Das sind die wichtigsten Bestandteile der Aloe Vera:

Aminosäuren

Sie sind die Basis aller Lebensvorgänge, denn sie sind für den Stoffwechsel von fundamentaler Bedeutung. Diese lebenswichtigen Säuren kommen im Saft der Aloe vor. Die Hauptaufgaben der Aminosäuren sind die Speicherung und der Transport von Nährstoffen. Für die Anwendung in After Sun-Produkten sind unter den vorkommenden Aminosäuren vor allem Leucin und Lysin von Bedeutung. Sie fördern Heilungsprozesse, was für die Repair-Funktion vieler Produkte verantwortlich ist, und unterstützen die Kollagenbildung, um die Haut elastisch zu machen und sonnenbedingte Alterungsprozesse aufzuhalten.

Enzyme

Aloe Vera enthält eine Reihe von Enzymen, die für den Menschen von besonderem Nutzen sind, darunter Catalase, Phosphatase und Cellulase, sowie die Verdauungsenzyme Lipase und Amylase. Wesentlich für den Einsatz in After Sun-Produkten ist ihre Fähigkeit, freie Radikale zu vernichten, denn die können unsere Zellen angreifen und ihre Funktionalität zerstören. Besonders darauf geht die Schädigung der Haut bis hin zum Krebs zurück.

Weitere pflanzliche Substanzen

In Aloe Vera sind eine Reihe ätherischer Öle und Saponine enthalten. Sie wirken unterstützend auf das Immunsystem und verhalten sich wie ein natürliches Antibiotikum. Für die After Sun-Anwendung ist insbesondere die Salicylsäure von Bedeutung, da sie antibakteriell und entzündungshemmend wirkt.

 

Lotion, Balsam oder Schaum?

Es gibt im Bereich After Sun eine unübersehbare Menge an Marken, Produktvarianten, Inhaltsstoffen und Spezialanwendungen, aus denen man wählen kann. Im Grunde lassen sie sich alle in einige wenige Darreichungsformen zusammenfassen. Zwar werden die Hersteller nicht müde, für jede Produktform ganz besondere Vorteile herauszustreichen, aber im Grunde ist es zweitrangig, für welche man sich entscheidet. Wichtig sind einzig und allein die Zusammensetzung, die Reinheit und die Qualität des Produkts. Welches Produktformat man letztendlich wählt, hängt von den persönlichen Vorlieben bei der Anwendung ab. Die wesentlichen Produktarten sind:

 

  • After Sun Lotion: Sie ist die häufigste Produktart. Sie kommt in unzähligen Anwendungsvarianten vor: feuchtigkeitsspendend, pflegend, reparierend, kühlend – um nur einige zu nennen.
  • After Sun Spray: für alle, denen es um schnelles und gleichmäßiges Auftragen geht. Auch hier ist eine Vielzahl an Varianten erhältlich. Gerade für schnelle Kühlung eignet sich Spray besonders gut.
  • After Sun Schaum: Er kommt besonders bei entzündungshemmenden Produktvarianten zum Einsatz, um brennende oder schmerzende Haut zu beruhigen. Da die Wirkung meist durch verschiedene Alkohole wie Menthol erreicht wird, eignet sich Schaum besonders gut als Darreichungsform.
  • After Sun Milch: Sie ist das Produkt der Wahl, wenn es weniger um die Kühlung oder Reizminderung, sondern vor allem um die Zufuhr von Feuchtigkeit, Aufbaustoffen und Pflegesubstanzen geht.
  • After Sun Repair Ampulle: Diese spezielle Produktvariante ist bei besonders empfindlicher und leicht irritierbarer Haut angesagt. Die Ampulle wird über dem Gesicht, dem Hals oder dem Dekolleté ausgedrückt und gleichmäßig verteilt.
  • After Sun Repair Maske: Das gleiche Anwendungsgebiet, aber eine intensivere Applikation bietet die Maske. Sie wird wie jede andere Gesichtsmaske aufgetragen und entfaltet auch ihre Wirkung auf die gleiche Weise.
  • After Sun Repair Tuchmaske: Sie wirkt wie eine Kompresse und wird auch so aufgebracht. Im Tuch sind alle Wirkstoffe enthalten, um die Hautreparatur und die Hautregeneration anzustoßen. Bei einigen Herstellern gibt die Tuchmaske auch Hyaluronsäure und Hamamelis an die Haut ab und intensiviert so die Wirkung. Die Tuchmaske wird gewöhnlich 15 Minuten lang auf der Haut gelassen. Danach massiert man die Reste in die Haut ein oder entfernt sie mit einem Wattepad.
  • After Sun Bräunungsverstärker: geeignet für diejenigen, die mit der kühlenden und beruhigenden Wirkung des After Sun-Mittels noch ein wenig Nachbräunung verbinden möchten.

 

Ab ins Studio!

Das Kosmetikstudio ist sozusagen der Rolls Royce unter den After Sun Anwendungen. Aber Vorsicht: Nicht jedes Kosmetikstudio bietet eine spezifische After Sun Behandlung an. Daher sollte man sich auf jeden Fall vorher eingehend über das Angebot informieren.

Wie eine After Sun Anwendung im Kosmetikstudio beschaffen ist, lässt sich nicht allgemeingültig beschreiben. Jede Kosmetikerin hat hier ihr eigenes Erfolgsrezept. So könnte eine typische Behandlung in etwa aussehen:

 

  • Ein erfrischendes und belebendes Getränk zum Auftakt
  • Hautreinigung und Tonisierung
  • Sanftes Peeling mit anschließendem Ausreinigen
  • Aromamassage für Gesicht, Nacken und Dekolleté
  • Packung unter Verwendung frischer Aloe Vera
  • Abschlusspflege, um die erworbene Bräune zu akzentuieren

 

Eine After Sun Behandlung im Kosmetikstudio ist kein billiges Vergnügen. Zwischen 70 und 100 Euro muss man dafür anlegen.