Es ist vielleicht keine Revolution, aber ein kleiner Sinneswandel in jedem Fall: Peu à peu wagen sich immer mehr Männer an das Thema Make-up heran. Waren Foundation oder Concealer bisher eine Domäne der Frauen, sind es gerade jüngere Männer, die mutiger werden und ihr Gesicht mit kleinen Hilfsmitteln ins beste Licht rücken wollen. Und das ohne Scheu und Hemmungen, oft gefeiert von den Mädchen und Frauen in ihrem Umfeld.

Haben es Männer gesetzteren Alters meist dabei belassen – wenn überhaupt – die überflüssigen, wild wuchernden Haare im Gesicht zu entfernen, können einige jüngere Männer auf ein beachtliches Reservoir an Kosmetikartikeln verweisen. Und vor allem: Sie wissen damit umzugehen. Wer dem Trend nichts abgewinnen kann, der sollte seine Meinung besser für sich behalten. Das hat zuletzt Moderatorin Barbara Schöneberger leidvoll erfahren. Sie hatte erklärt, „Männer sollten irgendwie auch Männer bleiben“, und dem Schmink-Trend damit eine Absage erteilt. Die Folge? Ein Shitstorm in den Sozialen Medien, die Blondine ruderte zurück und entschuldigte sich.

Was hierzulande noch in erster Linie der Generation TikTok und YouTube überlassen wird, ist in asiatischen Ländern schon ein weiter verbreiteter Trend. Dort feiern sogenannte K-Pop-Bands riesige Erfolge. Ihr Aussehen entspricht eher einem androgynen Männerbild. Deren Protagonisten tragen Lipgloss, Glitzer-Lidschatten und Rouge. Und ihre riesengroße Fangemeinde möchte ihren Idolen auch in Sachen Styling in nichts nachstehen. Kein Wunder also, dass Unternehmen das große Geschäft wittern, wenn sie denn nur den Trend weltweit etablieren können.

Bei uns steckt dieser Trend tatsächlich eher noch in den Kinderschuhen. „Ich schminke mich zu festlichen Anlässen, damit niemand die Hautunreinheiten sieht“, sagt etwa Youtuber David Milan. Im Alltag setzen selbst die Mutigeren in der Regel eher auf getönte Tagescreme, mattierendes Puder, um die glänzende T-Zone zu überdecken, oder einen Abdeckstift für Pickel. Das muss reichen. Bloß nicht zu auffällig.

Doch versuchen wir, drei Fragen zu beantworten, die gerade Männer beschäftigen dürften.

1. Make-up und Bart – Was, wenn er nicht sprießt, wie gewünscht?

Gerade junge Männer schlagen sich mit einem ganz besonderen Problem herum. Sie wollen zum stylishen Haarschopf auch einen ebenso gepflegten Bart präsentieren. Allein, es mangelt einigen an der notwendigen Fülle. Da hilft nur, seinen Bart konsequent zu pflegen. Wer etwas nachhelfen möchte, der bringt einfach etwas Farbe ins Spiel. Am besten wird ein gut angespitzter, einfacher Augenbrauenstift verwendet. Mit diesem können kleine Haare auf der Haut imitiert werden. Die Farbe ist dann schon fast egal, denn da ein Bart immer aus vielen verschiedenen Farbnuancen besteht, kann man entsprechend Vielfalt bei der Farbwahl der Stifte walten lassen.

2. Was ist bei Problemhaut (Akne, Pickel) zu beachten?

Viele empfehlen, einen Concealer zu verwenden, um Pickel abzudecken. Doch der allein reicht nicht, da er meist zu hell ist und schimmernde Pigmente enthält. Produkte mit fester bis cremiger Konsistenz decken in der Regel besser. Bei vereinzelten Pickeln muss man nicht gleich zu Foundation und Make-up greifen. Als SOS-Tipp können einzelne, rötlich schimmernde Pickel mit einem Farbtrick kaschiert werden. Der Trick heißt: Komplementärfarbe. Und die Komplementärfarbe zu rot (Pickel) ist grün (Abdeckstift). Wer also zunächst mit einem grünen Abdeckstift verwendet, neutralisiert das unruhige Rot.

Anschließend wird ein Produkt – zum Beispiel ein Concealer – im Hautton als zweite Schicht aufgetragen.

3. Wie verschwinden Augenringe?

Auch hier heißt das Zauberwort Concealer. Er wird grundsätzlich unter dem Make-up verwendet. Er kaschiert nicht nur Augenschatten, sondern auch Hautunreinheiten, Pigmentflecken, Falten und sogar leichte Narben. Damit der Concealer auf der Männerhaut hält, sollte er mit etwas Puder fixiert werden. Dafür einfach eine kleine Menge transparenten Puders auf das Gesicht geben und diesen mit einem Pinsel oder einem Puderschwamm verteilen.

 

Viel Mut braucht es nicht, damit aus dem Make-up-Neuling ein Experte wird. Die Verwandlung findet meist zurückgezogen im eigenen Badezimmer statt. Das Make-up kann jeder online bestellen, Tricks und Kniffe werden in ungezählten Videos verbreitet. Ohne Zweifel ein großer Vorteil, wenn die Make-up-Routine noch nicht ausgereift ist. Dass Männerpflege und mitunter auch Kosmetik für den Mann schon längst im Mainstream angekommen sind, zeigt ein kurzer Blick in die Regale der Drogerien und Parfümerien. Stylisch in mattem schwarz mit wenigen farbigen Akzenten kommen die Tiegel und Tuben daher.  Wer will, kann sich also auch mit zusätzlicher Ausstattung im Bad noch männlich fühlen. Hauptsache, die Verpackung stimmt.