Nichts beeinflusst unser Unterbewusstes so sehr, wie ein schöner Duft. Er weckt Erinnerungen und verführt unsere Sinne. Im Idealfall unterstreicht er ganz subtil die eigene Persönlichkeit. Er kann aber auch als machtvolles Instrument eingesetzt werden, um – je nach Stimmung und Vorhaben – eine bestimmte Aura zu erzeugen: Stärke, Selbstbewusstsein, Klarheit, Souveränität, Geborgenheit, Romantik, Glamour, Eleganz, Abenteuer – die Liste der Möglichkeiten ist lang. Klar, dass wir bei so viel Power hellhörig werden. Ein guter Riecher lohnt sich für uns nämlich doppelt: Er unterstreicht unseren Charakter und unterstützt unsere Wirkung auf andere. Von attraktiv bis seriös, von entspannt bis sexy – was wir aufsprühen, prägt unser Image. Wie sich ein Parfüm entfaltet, hängt dabei von unserem Eigengeruch und der Beschaffenheit unserer Haut ab. Die Wirkung auf andere beruht dagegen auf deren ganz persönlichen Erinnerungen. Diese Düfte werden im Herbst und Winter unser Unterbewusstsein beeinflussen.

Dufte Verführung geht buchstäblich durch die Nase

Tagtäglich sind wir von Millionen Duftstoffen umgeben. Und während wir atmen und dabei etwa 10.000 Liter Luft unsere Atemwege passiert, gelangen die Sauerstoffmoleküle direkt durch unsere Nase in das limbische System unseres Gehirns. Dem Teil zwischen Großhirn und Gehirnstamm, der das vegetative Nervensystem beeinflusst und Gefühle und Erinnerungen steuert. Unser „Duft-Speicher“ ist also sehr emotional – und wird gelegentlich von unserer Nase ganz schön fremdbestimmt. Rund 10.000 verschiedene Düfte kann unser Riechorgan, genauer gesagt die etwa 20 bis 30 Millionen Riechzellen mit den 350 Riechrezeptoren in der Riechschleimhaut am Dach der Nasenhöhle, wahrnehmen, was uns dabei gefällt, entscheiden wir unbewusst, es ist jedoch stark mit unseren Emotionen und persönlichen Erinnerungen verknüpft.

Unser Duft-Gedächtnis hält lange vor

Dufte Erinnerungen verblassen nicht so schnell wie optische Eindrücke. Ein Grund, warum die meisten von uns Vanille-Aromen lieben, die ein ähnlich warmes Aroma wie Muttermilch verströmen, uns beim Geruch von Weihnachtsplätzchen ganz warm ums Herz wird oder wir beim Erschnuppern von Sonnenmilch- oder mediterranen Zitrus-Noten sofort gute Laune bekommen. Wie riecht der Apfelstrudel der Großmutter? Was für ein Aftershave hat die erste große Liebe getragen? Was duftet nach zu Hause, was nach Urlaub, was nach Abenteuer? All das ist sehr individuell und entscheidet über unsere persönlichen Parfümvorlieben. Aber nicht nur unsere Erinnerungen beeinflussen unseren Griff zum Lieblingsflakon – es gibt auch ein Gen, das unsere Aroma-Vorlieben prägt und Duftstoffe die eine direkte körperliche Wirkung auslösen: Ein Teil der Duftstoffe gelangt über die Rezeptoren auf der Haut und in der Lunge ins Blut und kann so stimulieren oder entspannen. Lavendel z.B. beruhigt und fördert den Schlaf, prickelnde Zitrus-Noten beleben erwiesenermaßen die Sinne und Sandelholzduft soll sogar die Teilungsrate unserer Zellen erhöhen.

Die neuen Düfte für Herbst und Winter – warm und mystisch

Erdig, warm, sanft und sinnlich – all das passt gut in die kalte Jahreszeit. Rauchig-balsamische Noten wie Myrrhe, würzige Safran-Akkorde, geheimnisvolle Oud-Noten, aphrodisierende Moschus- oder mystische Weihrauch-Klänge sind jetzt angesagt. Dazu kommen samtige Stimmungsaufheller wie Sandelholz, Patschouli und intensives Vetiver, sowie behagliche Aromen von Vanille, Kakaobohne und Honig.

Auch minimalistische Signature-Düfte spielen eine immer größere Rolle. Der Trend geht zu ungewöhnlichen Inhaltsstoffen. Die zeitlosen Puristen verführen z.B. mit weißen Blüten und Patschouli, Freesie und Eichenmoos, leichten Rosennoten und grünem Efeu oder Mate-Tee, Bergamotte und Magnolie.

Das Industrie-Marktforschungsinstitut Ceresana aus Konstanz sagt für die kommende Saison und das Jahr 2019 einen Trend zu exotischen Duft-Varianten voraus. Gleichzeitig steigt durch unseren immer hektischer werdenden Lebensstil die Nachfrage nach warmen, harmonisierenden Noten. Auch der Wunsch nach Nachhaltigkeit wächst und damit die Nachfrage nach natürlichen Duftstoffen und umweltfreundlichen Umverpackungen. Bei so viel Auswahl findet garantiert auch unser Näschen den passenden Liebling!

 

Text: beautypress