Wenn man mit chronisch trockenen, rissigen Händen zu kämpfen hat, fühlt sich jeder Handschlag wie die Begegnung mit einem Kaktus an. Die Haut an unseren Händen – mit Ausnahme unserer Handflächen, die eigentlich ziemlich dick sind – ist deutlich dünner als an den meisten anderen Körperregionen, was bedeutet, dass sie weniger Feuchtigkeit und natürliche Öle enthält.
Unsere Hände sind auch unser direktes Mittel zur Interaktion mit der Welt und vielen Reizen ausgesetzt. Trockenheit und Hautschäden sind also quasi vorprogrammiert, wenn wir uns nicht richtig um unsere Freunde mit fünf Fingern kümmern.

Die gute Nachricht: Trockene, spröde Hände lassen sich bekämpfen. Und dafür braucht es nicht einmal teure Cremes und Masken. Hier sind die elf besten Mittel, die die Haut im Handumdrehen streichelzart machen.

1. Eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme

Als Faustregel Nummer eins gilt: zu intensiv und reichhaltig pflegender Handcreme oder Salbe greifen. Diese versiegelt regelrecht die Haut und hilft so Risse zu heilen und Feuchtigkeitsverlust zu verhindern.
Faustregel Nummer zwei: täglich eincremen, am besten mehrmals. Besonders wichtig ist es, die Hände nach dem Händewaschen mit Feuchtigkeit zu versorgen. Eine konsequente Handcreme-Routine verhindert, dass trockene Haut zurückkehrt, und hält die Finger zart.

2. Produkte mit Feuchthaltemitteln oder Ceramiden

Es gibt nichts Besseres, als eine Creme zu finden, die wirklich hält, was sie verspricht. Um dieses Glücksgefühl beim Handcreme-Kauf sicherzustellen, sollte man auf der Zutatenliste nach Hyaluronsäure, Glycerin oder Ceramiden suchen. Denn Feuchthaltemittel wie Hyaluronsäure oder Glycerin sind wie Schwämme, die die äußere Hautschicht mit Feuchtigkeit versorgen.
Für wahre Wunder sind Ceramide die beste Wahl. Sie sind wie Fugenmörtel zwischen den Hautzellen-Kacheln. Sie versiegeln Risse in der äußeren Hautschicht. Dadurch wird Feuchtigkeitsverlust verhindert und schädliche Umwelteinflüsse werden minimiert.

3. DIY-Handcreme mit kolloidalen Haferflocken und Sheabutter

Es muss nicht immer eine teure Creme aus der Drogerie oder Parfümerie sein. Für wirksame Abhilfe bei trockenen Händen sorgt diese Mischung aus nur drei Zutaten: kolloidales Haferflockenmehl, Sheabutter und Sonnenblumenöl.
Kolloidales Haferflockenmehl wird schon lange für seine nahrhaften und entzündungshemmenden Eigenschaften gefeiert – und ist damit auch der perfekte Hautschutz. Es enthält Zucker, der die Haut versiegelt, sowie Antioxidantien, sogenannte Avenanthremide, die Entzündungen lindern.
Die reichhaltige Sheabutter macht raue Zellen auf der Hautoberfläche weich und glättet die Haut. Sonnenblumenöl ist reich an Linolsäure. Diese essentielle Fettsäure hilft, die Hautbarriere aufrecht zu erhalten und Feuchtigkeitsverlust zu vermeiden. Als wäre das nicht schon genug, wirkt Linolsäure auch noch entzündungshemmend.

Alles zusammengemischt ergibt die perfekte Handcreme!

4. Innerhalb von fünf Minuten nach dem Duschen eincremen

Sofort(!) ein feuchtigkeitsspendendes Produkt nach dem Duschen aufzutragen ist wichtig, um die Feuchtigkeit einzuschließen. Warum? Nicht nur Duschgel, auch heißes Wasser kann schädlich für die Haut sein.
Um die hauteigenen Öle nicht komplett „wegzuwaschen“, sollte eine Dusche kurz und das Wasser nicht zu heiß sein. Direkt nach dem Abtrocknen die Haut mit einer pflegenden Creme verwöhnen.

5. Sanfte, feuchtigkeitsspendende Reinigungsprodukte

So wichtig es auch ist, die Haut zu reinigen und gründlich die Hände zu waschen, es gibt schädliche Nebenwirkungen, wenn man zu aggressiv vorgeht. Um die Hautbarriere nicht anzugreifen, sind sanfte Reinigungsprodukte, die die Feuchtigkeitsversorgung fördern, die beste Wahl.

6. Keine Peelings

Trockene Hände neigen zu Rissen und schuppiger Haut. Da ist ein Peeling doch genau das Richtige? Von wegen! Starke oder chemische Peelings können mehr schaden als nützen. Was die Haut an den Händen anstelle einer Rubbelkur wirklich braucht, ist Feuchtigkeit.
Klingt widersprüchlich, wenn man bedenkt, dass viele Experten ein Peeling für eine tiefere, langfristige Feuchtigkeitsversorgung empfehlen? Das Problem ist: Ein Peeling kann die äußere Hautschicht weiter schädigen, was zu noch mehr Feuchtigkeitsverlust führt. Wer bereits Probleme mit trockenen Stellen auf der Hautoberfläche hat, sollte diesen Schritt in der Beauty-Routine also lieber überspringen.

7. Eine Handmaske verwenden

Es gibt heutzutage Masken für fast jeden Körperteil – Gesicht, Beine, Lippen, Brüste, Po – und natürlich auch für die Hände. Wie eine Tuchmaske für das Gesicht, bedeckt eine Handmaske die Haut mit einer intensiv feuchtigkeitsspendenden Formel.
Als DIY-Variante ist eine Maske aus kolloidalen Haferflocken selbst für die empfindlichsten Hauttypen geeignet. Einfach nach zehn Minuten abwaschen und streichelzarte Hände genießen.

8. Über Nacht-Handschuh-Kur mit Vaseline

Für die ultimative Overnight-Handmaske, vor dem Schlafengehen eine dicke Schicht Vaseline auftragen und ein Paar Handschuhe anziehen, damit der Heilsbringer über Nacht an Ort und Stelle bleibt – und das Bett nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.
Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn die Haut extrem trocken ist, ist das eine wahre Wunderkur – und günstiger als jedes Spezialprodukt.

9. Ein Luftbefeuchter im Schlafzimmer

Ein Luftbefeuchter ist eine großartige Möglichkeit, um die trockene Luft zu bekämpfen, wenn es draußen kalt ist.
Die Geräte erhöhen den Feuchtigkeitsgehalt der Luft. So wird verhindert, dass Feuchtigkeit aus der Haut gezogen wird und für die dringend benötigte Feuchtigkeitsversorgung von Kopf bis Fuß gesorgt. Schließlich gibt es keinen besseren Zeitpunkt, um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen, als im Schlaf, wenn sich die Haut im Reparaturmodus befindet.

10. Creme mit Lichtschutzfaktor

Obwohl wir vielleicht nicht wirklich darüber nachdenken, sind die Hände genauso der Sonne ausgesetzt wie das Gesicht. Im Gesicht jeden Tag eine Creme mit Lichtschutzfaktor zu verwenden, ist für die meisten von uns längst eine Selbstverständlichkeit. Warum also nicht auch für die Hände? Eine Handcreme mit Lichtschutzfaktor kann helfen, eine Vielzahl von Problemen zu bekämpfen – von Pigmentflecken, über Hautschäden bis hin zu – na klar – Trockenheit.

11. Verschreibungspflichtige Produkte

Hydrocortison, das es im Handel zu kaufen gibt, ist relativ schwach dosiert und kann bei wirklich schweren Fällen nicht viel ausrichten. Bei einem extremen Fall von Trockenheit an den Händen kann ein Arzt eine verschreibungspflichtige Creme oder Salbe verordnen. Zusammen mit einer guten Hautpflege lassen sich Entzündungen so schnell beruhigen.

Das 1×1 trockener Hände: Die häufigsten Ursachen und die besten Tipps zur Vorbeugung

Zu viel waschen

Es klingt komisch, aber leider kann ein „Überwaschen“ der Hände die Haut ernsthaft schädigen. Werden die natürlichen Öle regelrecht „weggeschrubbt“, sind trockene, rissige Hände die logische Konsequenz. Zum Händewaschen deshalb unbedingt eine sanfte Seife verwenden und danach die Hände gut eincremen.

Die lieben Gene

Genetisch bedingt, haben manche Menschen eine schwächere Hautbarriere und entwickeln mit größerer Wahrscheinlichkeit Hauttrockenheit und Schuppenbildung als andere. Es gibt zwar keine Möglichkeit, unsere Veranlagung zu verändern, aber mit einer guten Hautpflege-Routine lässt sich wirksam gegensteuern.

Der Job

Einige Berufe erfordern die Arbeit mit aggressiven Chemikalien, die die Haut austrocknen und reizen. Dazu gehören zum Beispiel Friseure, Ärzte und Krankenschwestern, Restaurantmitarbeiter, Hausmeister und viele andere. Wenn es die Tätigkeit erlaubt, können Schutzhandschuhe helfen.

Ausgiebiges Duschen

Wie schon erwähnt, sind lange, heiße Duschen Gift für die Haut. Aber klar ist es herrlich an einem kalten Tag eine extra lange Dusche zu genießen. Der Kompromiss: Wer die Temperatur zumindest von Vulkan-Lava auf Whirlpool senkt, tut seiner Haut schon einen großen Gefallen – und der Umwelt auch.

Wann wird’s Zeit zum Arzt zu gehen?

Während die meisten Fälle von Trockenheit minimal und einfach „nur“ unangenehm sind, können manche schwerwiegender sein und ärztlichen Rat erfordern. Es ist Zeit, professionelle Hilfe zu suchen, wenn die Behandlung mit freiverkäuflichen Produkten nicht ausreicht, um Symptome wie Risse, starken Juckreiz oder Hautausschlag in den Griff zu bekommen. Auch bei Blasenbildung, Hautverfärbungen, Blutungen, extreme Rötungen oder Schwellungen ist der Gang zum Experten angesagt.

Darüber hinaus gibt es einige Hauterkrankungen, die sich als trockene Hände tarnen können, zum Beispiel eine als Tinea manuum bekannte Pilzinfektion. Bei dem Verdacht, dass etwas nicht stimmt, unbedingt mit einem Dermatologen sprechen.

Was auch immer die Ursache für trockene Hände sein mag, was unsere Finger brauchen ist meist nur ein bisschen mehr Liebe und Aufmerksamkeit. Reicht das nicht aus, hilft ein Arzt – und in kürzester Zeit ist Händeschütteln wieder ein zartes Vergnügen.