Facial Cupping – das klingt schick, neu und trendy. Was sich hinter dem Beauty-Trend verbirgt, ist allerdings nichts anderes als Schröpfen. Eine alternative Therapie, die bereits seit hunderten von Jahren eingesetzt wird. Im Gesicht oder am Körper werden dabei Saugnäpfe verwendet, sogenannte Cups, um Haut und Muskeln zu stimulieren. Der Unterdruck fördert die Durchblutung, was dazu beitragen kann, Muskelverspannungen zu lösen, die Zellreparatur zu fördern und die Regeneration der Haut zu unterstützen.

Außerdem soll das Schröpfen auch den Fluss des “Qi” verbessern. Qi ist ein chinesisches Wort für Lebenskraft. Obwohl die Praxis des Schröpfens in der Traditionellen Chinesischen Medizin tief verwurzelt ist, sagen einige Forscher, dass die frühesten Bildaufzeichnungen aus dem alten Ägypten stammen.

Ist Schröpfen im Gesicht dasselbe wie Schröpfen am Körper?

Ja und nein. Obwohl es auf dem gleichen Prinzip der Regeneration basiert, wird das Schröpfen im Gesicht und am Körper unterschiedlich ausgeführt.

Die Cups, die im Gesicht eingesetzt werden, sind normalerweise kleiner und weicher. Sie werden verwendet, um die Haut sanft von tieferen Faszien-Schichten zu lösen. Dies erhöht die Durchblutung des Bereichs und verjüngt damit die Haut, ohne die typischen Schröpf-Flecken zu hinterlassen. Experten versprechen, dass Facial Cupping bei regelmäßiger Anwendung mit der Zeit den Teint verfeinert und feine Linien und Falten sichtbar reduziert.

Das Schröpfen am Körper wird dagegen hauptsächlich zur Linderung von Schmerzen eingesetzt. Cup-Markierungen bleiben fast immer zurück, dienen jedoch auch einem diagnostischen Zweck. Größe, Form und Farbe sollen das Ausmaß der „Stagnation“ oder der Ansammlung von Zellabfällen widerspiegeln. Diese Markierungen verblassen, wenn das Lymphsystem den „Abfall“ abbaut.

Wie funktioniert Facial Cupping?

Der Saugeffekt zieht Blut in den Hautbereich unter dem Cup. Dies versorgt das umgebende Gewebe mit frischem Blut und fördert die Bildung neuer Blutgefäße.

Schröpfen fördert auch sogenannte „sterile Entzündungen“. Das vakuumartige Ansaugen trennt verschiedene Gewebeschichten, was zu winzig kleinen Verletzungen führt. Diese lösen eine Entzündungsreaktion aus und der Körper sendet weißen Blutkörperchen, Blutplättchen und anderen körpereigene Heilmittel in den betroffenen Bereich. Das Ergebnis: Zellerneuerung und eine jüngere, straffere Haut.

Was bringt Facial Cupping?

Das Schröpfen im Gesicht hat eine ganze Reihe nachgewiesener Effekte:

  • Erhöhung der Sauerstoffzufuhr durch bessere Durchblutung
  • Stärkung von Haut und Bindegewebe
  • Stimulation der Zellen, die für die Kollagenproduktion verantwortlich sind
  • Lösen von Muskelverspannungen

Dadurch soll die Behandlung:

  • den Teint frischer machen
  • das Auftreten von Narben, feinen Linien und Falten minimieren
  • Kinn, Kiefer, Hals und Dekolleté straffen
  • Schwellungen verringern
  • die Ölproduktion regulieren
  • die Nährstoffzufuhr und -aufnahme verbessern

Hinterlässt Facial Cupping blaue Flecken?

Das Schröpfen im Gesicht sollte keine blauen Flecken hinterlassen. Es kann jedoch zu Blutergüssen kommen, wenn der Cup zu lange an derselben Stelle steht. Verfärbungen können schon in nur fünf Sekunden auftreten. Von daher soll der Cup immer in Bewegung bleiben, wenn man die Behandlung selbst durchführen möchte.

Gibt es andere Nebenwirkungen oder Risiken?

Obwohl das Schröpfen im Gesicht im Allgemeinen als sicher angesehen wird, sind geringfügige Nebenwirkungen möglich. Sie treten typischerweise während oder unmittelbar nach der Behandlung auf.

Vorübergehend können folgende Symptome auftreten:

  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Übelkeit
  • kalter Schweiß

Experten raten außerdem bei Entzündungen, Hautausschlägen und offenen Wunden vom Schröpfen im Gesicht ab.

Kann Facial Cupping zu Hause selbst durchgeführt werden?

Es gibt Schröpf-Kits für zu Hause, aber es dürfte leichter fallen, sich zu entspannen, wenn ein Profi die Behandlung durchführt. Dadurch ist in der Regel auch eine gleichmäßigere Anwendung möglich. Außerdem ist unter der Obhut eines Fachmanns sichergestellt, dass die richtige Technik angewendet wird.

Wer trotzdem das Schröpfen selbst versuchen möchte, spricht am besten vorher mit einem Spezialisten. Er kann alle Fragen beantworten und ein geeignetes Cupping-Kit empfehlen.

Aber Vorsicht: Es können sich unerwünschte Blutergüsse entwickeln, wenn man die Technik noch nicht richtig beherrscht. Außerdem kann es bei Anfängern in der Regel auch länger dauern, bis sie die gewünschten Ergebnisse erzielen.

Wie fängt man an?

Es gibt verschiedene Schröpf-Kits, die man verwenden kann. Einige Cups bestehen aus hartem Kunststoff, andere sind weich und gelartig. Beides kann gleichermaßen effektiv sein. Mit was jeder Einzelne besser klarkommt, hängt also letztendlich von den persönlichen Vorlieben ab. Wichtig ist, dass man sich an die Anweisungen auf dem Schröpf-Kit hält.

Die einzelnen Behandlungsschritte

  • Das Gesicht waschen und vorsichtig trocken tupfen.
  • Um die Muskeln zu entspannen, leicht mit den Händen das Gesicht massieren.
  • Obwohl ein Gesichtsöl nicht zwingend notwendig ist, kann das Auftragen einer dünnen Öl-Schicht auf der Haut das Risiko von Blutergüssen verringern, wenn die Cups bewegt werden.
  • Beginnend mit einem kleinen Cup auf Kinn und um den Mund. Nun lässt man die Cups einige Sekunden an Ort und Stelle und bewegt sie dann nach oben in einen neuen Bereich.
  • Kleinere Cups werden nach Bedarf gegen größere Cups ausgetauscht, zum Beispiel wenn man die Stirn erreicht.
  • Wenn alle gewünschten Bereiche erfasst sind, wird das Gesicht jetzt gereinigt, falls ein Gesichtsöl verwendet wurde. Anderenfalls reicht ein Spritzer warmes Wasser aus.
  • Anschließend mit der gewohnten Beauty-Routine fortfahren.

Ein großer Vorteil des Schröpfens im Gesicht ist, dass durch die Behandlung die Haut Wirkstoffe besser aufnehmen kann. Jetzt ist also der perfekte Zeitpunkt, die Haut mit einer pflegenden Creme oder einem konzentrieren Serum zu verwöhnen.

Möglicherweise stellt man nach der Behandlung leichte Rötungen und Reizungen fest. Dies ist normal und sollte innerhalb weniger Stunden abklingen. Es kann daher ratsam sein, besser am Abend zu schröpfen, damit etwaige auftretende Irritationen bis zum Morgen verschwunden sind.

Die professionelle Facial Cupping Behandlung

Wie genau die Behandlung abläuft, hängt natürlich vom jeweiligen Anbieter ab. Wenn die Kosmetikerin Facial Cupping allein anbietet, dauert die Sitzung meist nur etwa zehn Minuten. Wenn sie das Schröpfen mit anderen Behandlungen kombiniert, kann die Sitzung auch 30 Minuten oder länger dauern.

Einige Studios kombinieren Schröpfen beispielsweise mit Akupunktur, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Meist werden dabei zunächst allgemeine Ausgleichspunkte an Händen und Füßen angesprochen, gefolgt von einer Gesichtsmassage, dem Schröpfen und der Behandlung mit den Nadeln zum Abschluss.

Empfohlen wird eine Sitzung pro Woche für die ersten zehn Wochen. Anschließend genügt in der Regel ein Termin im Monat.

Nach einer Sitzung gibt es normalerweise keine Einschränkungen, die täglichen Aktivitäten können normal fortgesetzt werden.

Fazit

Das Schröpfen im Gesicht fördert die Durchblutung, was unter anderem dazu beitragen kann, das Auftreten von feinen Linien und Falten zu minimieren und Schwellungen zu verringern.

Man kann Facial Cupping relativ leicht zuhause selbst durchführen, besonders wer schon ein bisschen Erfahrung im Umgang mit den Cups hat. Wenn Schröpfen noch völliges Neuland ist, könnte es allerdings besser sein, sich für die erste Sitzung an einen erfahrenen Spezialisten zu wenden. Der kann alle Fragen beantworten, zusätzliche Hinweise zu den Hautpflegebedürfnissen geben und eine genaue Anleitung, wie man sich mit Facial Cupping dann künftig auch selbst schön schröpfen kann.