Hand aufs Herz, liebe Männer: Sind eure Hände wirklich vorzeigbar? Ist euch eigentlich bewusst, dass die meisten Frauen beim ersten Date auf die Finger schauen? Und dann von deren Zustand auf den Pflegegrad des restlichen Körpers schließen! Wer hier schlampt, verschenkt Chancen. Aber auch sonst sind glatte Haut an den Händen und gepflegte Nägel nicht nur ein optisches Kriterium, sondern ein wichtiger Gesundheitsfaktor.

Richtige Kerle können hart arbeiten und fest zupacken. Das darf man den Händen ruhig ansehen. Dreck unter den Nägeln? Was soll’s – oder? Tja, die Herren: Ungepflegte Hände wirken nicht nur abstoßend, sie stellen auch ein gesundheitliches Problem dar. Denn über kleine Wunden und Risse können Bakterien und Keime in die Haut eindringen, die unter Umständen auch auf andere Personen übertragbar sind. Abgesehen davon, dass rauhe Hände sich einfach unangenehm anfühlen.

Rau – aber nicht herzlich
Von rauhen Händen betroffen sein kann jeder Mann, nicht nur der körperlich arbeitende. Gerade im Winter muss die Haut besonders harten Anforderungen durch trockene Luft und Kälte standhalten. Daneben können aber beispielsweise auch häufiges Händewaschen, Flüssigkeitsmangel, hormonelle Veränderungen oder der ständige Kontakt mit Chemikalien oder scharfen Reinigungsmittel dazu führen, dass die Haut spröde, schuppig und trocken wird. Ist der natürliche Säureschutzmantel der Haut beschädigt, wird diese anfälliger für Entzündungen, Ekzeme und Allergien. Demnach sollte die trockene Haut immer ernst genommen und entsprechend gepflegt werden.

Trockene und rauhe Haut an den Händen fühlt sich pergament- oder papierartig an und in vielen Fällen zeigen sich feine Risse, gerötete Stellen, kleine, kaum sichtbare Poren und ein fahles, „müdes“ Erscheinungsbild. Typisch ist, dass die Haut stark spannt, schuppt und juckt, wobei sich die Beschwerden häufig bei Wärme oder Kälte verstärken. Die Haut an den Händen ist besonders empfindlich, denn zum einen ist diese vergleichsweise dünn, zum anderen wird sie normalerweise so stark wie nirgendwo anders am Körper beansprucht, indem sie permanent sämtlichen Witterungs- und Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Mit zunehmendem Alter steigt übrigens das Risiko für spröde Hände, da ältere Haut immer weniger Feuchtigkeit speichert und die natürliche Schutzbarriere immer fragiler wird. Noch eine Erkenntnis am Rande: Amerikanische Forscher der University of Boulder in Colorado wollen herausgefunden haben, dass sich die meisten Bakterien am Zeigefinger sammeln.

Das Wasch 1 x 1
Also Mann, was tun? Wichtig ist erst mal das richtige Händewaschen. Die regelmäßige Reinigung ist zwar einerseits wichtig, um Infektionen zu vermeiden, zugleich wird jedoch durch den ständigen Kontakt mit (heißem) Wasser und waschaktiven Substanzen (Tensiden) die natürliche Barrierefunktion der Haut beeinträchtigt. Die Hornschicht quillt auf, wodurch sich der Zellverbund lockert und die Reißfestigkeit der Haut abnimmt. Der Haut werden schützende Fette entzogen. Deshalb also möglichst nur lauwarmes Wasser und eine hautfreundliche (Flüssig-)Seife ohne Farb- und Duftstoffe verwenden, welche durch Kennzeichnungen wie z. B. „pH 5,5“ erkennbar ist. Nach dem Waschen sollten die Hände gründlich, aber ohne zu rubbeln abgetrocknet werden. Dabei die Fingerzwischenräume nicht vergessen.

Die Nagelprobe
Dann kommen wir zu den Fingernägeln. Bis tief ins Nagelbett gekürzte bzw. abgenagte Nägel sehen nicht nur ungesund aus, sie sind es auch. Wer es hier mit dem Schneiden zu gut meint, unterminiert die Schutzfunktion der Nägel für unsere Finger und erhöht die Verletzungs- bzw. Infektionsgefahr für Haut und Nagelbett. Da ist es nebensächlich, ob sich unter etwas längeren Nägeln schneller Dreck ansammeln kann. Der ist doch mit einem Manikürstäbchen gleich entfernt. Und das Nägelkauen stellt ein Problem für sich dar, dessen Behandlung hier den Rahmen sprengen würde. Schön sind bei Männerhänden kurze, halbrund geschnittene bzw. gefeilte Nägel. Zum Schneiden am besten einen guten Nagelknipser der Schere vorziehen, da die Nägel bei Männern in der Regel dicker sind als bei Frauen. Das Feintuning erfolgt mit einer Nagelfeile. Den dabei entstehenden Staub nach dem Feilen noch einmal von den Händen abspülen. Rissige Nägel? Eine Ursache für das Einreißen kann eine mangelhafte Ernährung mit zu wenig Zufuhr von Vitaminen, Eisen und Kalzium sein.

Guten Eindruck erweckt auch eine gepflegte Nagelhaut. Ist diese an den Nagelseiten eingerissen, die Ratschläge im nächsten Absatz beherzigen. Und evtl. ein spezielles Nagelöl einmassieren. Die Haut am sog. Nagelmond regelmäßig mit einem speziellen Holzstäbchen vorsichtig zurückschieben; dabei die Fingerspitzen vorher ein wenig einweichen, z. B. in einem milden Spülmittel.

Creme de la Creme
Bei empfindlicher, rauher Haut ist unverzichtbar, die Hände regelmäßig einzucremen, vor allem wenn häufig im Feuchten gearbeitet wird oder Kontakt mit Schmutz, Schmierstoffen und Chemikalien besteht. Die optimale Handcreme sollte stark fetten bzw. reichhaltig sei, aber zur Vermeidung von Irritationen oder Allergien keine Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten. Wasserbindende Inhaltsstoffe wie Harnstoff (Urea), Milchsäure und Glycerin können die Wirkung noch verstärken.

Vorbeugen ist besser
Logischerweise ist es am besten, die Hände so zu schützen, dass sie erst gar nicht mit schädlichen Einflüssen in Berührung kommen. Im winterlichen Alltag sollten draußen Handschuhe getragen werden, bei der Arbeit in entsprechenden Berufen Schutzhandschuhe. Auch eine gute Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr schaffen gute Voraussetzungen für glatte Hände.

Erste Hilfe
Falls doch einmal trotz aller Pflege und Vorsorge Erste-Hilfe-Maßnahmen nötig sein sollten, dann wirkt die Notfallpackung aus Großmutters Hausmittel-Apotheke: Über Nacht die gründlich gereinigten Hände mit einer dicken Schicht reichhaltiger Creme eincremen und dann Baumwollhandschuhe drüberziehen. Eine Extraportion Pflege erhalten Hände und Nägel auch durch ein kurzes Bad in Olivenöl. Hinterher die Hände nur mit Haushaltspapier abtupfen. Bewährt hat sich außerdem eine Mandelpaste, für die einige Tropfen Mandelöl mit einem Esslöffel Puderzucker vermischt werden, oder alternativ eine Mischung aus zwei Teelöffeln Zitronensaft und zwei Esslöffeln Honig. Mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen auftragen. Nach so viel Zuwendung sollten die Chancen auf babyzarte Hände beim Mann deutlich gestiegen sein.