Abschalten für ein paar Stunden in den eigenen vier Wänden? Das ist für viele leichter gesagt als getan und mündet häufig im erschöpften Einschlafen auf der Couch. Ein paar Tipps für „echte“ Wellnessstunden zu Hause.

Wir nehmen uns für Auszeiten immer weniger Zeit, halten sie aber für enorm wichtig. Diesen Trend beschrieb erst 2016 die Studie „Wellness-Trends“ der Wellness-Hotels & Resorts. Und er rückt vor allem einen Ort wieder mehr ins Wohlfühlzentrum: das gute, alte Badezimmer für ein Home-Spa-Feeling in mobil gewordenen Zeiten. Im Fokus stehen dabei nicht Hightech-Investitionen in Sauna, Whirlpool & Co., sondern unterschiedliche, meist bekannte Pflege- und Entspannungsrituale, die das Körpergefühl stärken und die Seele in den Ruhemodus versetzen.

Ein simples Fußbad ist dabei bereits ein guter, klassischer Start in die Wellness-Auszeit zu Hause. In der kalten Jahreszeit lohnt es dabei, das etwa 38 Grad warme Wasser mit ätherischen Ölen wie Lavendel oder Melisse anzureichern und die Füße für etwa zehn Minuten darin zu baden. In heißen Monaten sorgt dagegen Salz im Wasser für belebende Füße. In jedem Fall: Smartphone und Laptop weit weglegen, Augen schließen und das Gefühl genießen, nicht einfach wieder loslaufen zu können.
Wer zu mehr bereit ist, steigt danach in die Badewanne. Auch hier ist ein bis zu 38 Grad warmes Wasser mit Entspannungs- und Pflegezusätzen ideal, um tief durchatmen zu können. Und das Drumherum macht den Unterschied: Ein orangefarbenes Wasser gilt als Glücklichmacher und Stoffwechselanreger, ein grünes als beruhigend und ausgleichend. Duftkerzen wirken wie eine kleine Aromatherapie. Hinzu kommen entspannte Klänge oder einfach der Genuss von Stille.

Nach 15 Minuten sollte Schluss sein, um die Haut nicht zu schädigen. Eine anschließende Wechseldusche mit kaltem Wasser aus der Handbrause kurbelt die Durchblutung an. Am besten bei den Beinen beginnen und sich mit kreisenden Bewegungen nach oben zu den anderen Körperteilen arbeiten, inklusive Rücken und Kopf.
Danach gilt es, die Haut intensiv zu pflegen. Ein Peeling im Gesicht und am gesamten Körper löst alte Hautschüppchen und lässt die Haut weicher und geschmeidiger aussehen. Diese ist nun besonders aufnahmefähig für eine Maske im Gesicht und Dekolleté-Bereich, egal ob als Wirkstoff getränkte Tücher, fertige oder eigene Mischung. Und sie verschafft dem Körper weitere 15 Minuten Ruhephase – am besten auf der Couch oder auf dem Sommerbalkon mit hochgelegten Beinen. So kann der Kreislauf nach dem Bad wieder in Schwung kommen.
Zum Schluss sollte die Haut mit ausreichend Nährstoffen und Feuchtigkeit versorgt werden. Lotionen mit Shea-Butter sowie Mandel- oder Arganöl wirken dabei rückfettend. Körperöle verleihen der Haut einen Schutzfilm und dringen auch in tiefere Hautschichten ein. Auch die Füße und Hände sollten nicht vergessen werden, am besten in Form einer Hand- und Fußmassage.

Doch einmal ist keinmal – das lässt sich auch für eine Wellness-Auszeit in heimischen Gefilden sagen. Entsprechend lohnt es sich, aus dem Home Spa ein regelmäßiges Ritual zu machen. Und wenn die Home-Spa-Stunden doch nicht gelingen sollten, lockt die Spa-Auszeit im nahen oder ferner gelegenen Hotel oder der Therme. Denn der berühmte Tapetenwechsel hat schon so manchen Kopf befreien können.