Wie wächst der Bart richtig und was braucht er dazu? Und was kann man tun, damit der Bartwuchs regelmäßig, schön und dicht wird?

Gibt es Hausmittel, um den Bartwuchs zu fördern?

Diesen Fragen soll sich gleich einmal gewidmet werden. Doch vorerst lohnt sich ein Blick darauf, was Barthaar überhaupt ist. Denn die Gesichtsbehaarung, die viele schöne Formen kennt – man spricht von Barttrachten -, ist im Grunde Haar wie jedes andere: Es gibt Haarfollikel, die in der Haut sitzen. Aus diesen sprießen die Haare, wobei Barthaar in seinem maximalen Wachstum nicht beschränkt ist. Gelegentlich fallen Haare auch aus (was völlig normal ist). Es wird dann ein neues gebildet.

Jedes Wachstum im Körper ist im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig: Von hormonellen Faktoren und von der Ernährung. Beides kann vom Bartträger beeinflusst und so optimiert werden, dass der Bartwuchs gefördert wird, die Haarfollikel dabei gesund sind und so schönes, gleichmäßiges Haar sprießen kann.

Der Einfluss der Hormone auf den Bartwuchs

Mit dem Einsetzen der Pubertät beginnt der Mann, vermehrt Testosteron zu bilden. Nachdem Schambehaarung und Achselbehaarung meist zuerst sprießen, kommen schließlich der Oberlippenbart, die Koteletten und schließlich der Kinnbart hinzu. Der Backenbart ist meist zuletzt an der Reihe und kommt bei einigen Männern erst in den späten Zwanzigern oder auch gar nicht hinzu. Es gibt hier genetische Anlagen.

Testosteron ist allerdings die Bedingung dafür, dass Barthaare überhaupt wachsen. Wer also seinen Bartwuchs anregen will, tut gut daran, seinen Testosteronspiegel zu erhöhen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Sport ist hier vor allem zu nennen: Denn Sport, insbesondere Kraftsport, erhöht nachweislich den Testosteronspiegel. Außerdem wirkt Körperfett hemmend auf die Testosteronproduktion. Sport hat also gleich zwei Effekte: Körperfett wird reduziert und Testosteron wird produziert. Die Art des Sports ist gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist eine Regelmäßigkeit, die auch mit guter Ernährung einhergeht (dazu gleich mehr).

Weiterhin lässt sich Testosteron leichter produzieren, wenn Mann sich in einer sexuell aktiven Beziehung befindet. Die hormonellen Prozesse innerhalb einer Partnerschaft – wir sprechen vom Verliebtsein und von Sex – fördern die Hormonproduktion auf jeder Ebene und eben auch die Produktion von Testosteron. Insgesamt gelten sexuelle Erregung und das unterbewusste Beschützen der Partnerin oder des Partners als hormonell förderlich. Dies ist evolutionär bedingt und hat sich seit jeher nie geändert. Die Liebe ist also ein ganz wunderbares Mittel, um einen schönen Bart zu erhalten.

Testosteron ist auch ernährungsabhängig. Fisch, Proteine im Allgemeinen und Nüsse wirken enorm förderlich auf die Produktion. Fett und Zucker können sie hingegen hemmen.

Die richtige Ernährung für den Bart

Proteine und gute Öle sind auch deshalb so gut für das Bartwachstum, weil Keratin, welches mehr als 90 Prozent des Barthaares ausmacht, im Grunde nichts weiter ist, als eine Sammelbezeichnung für Proteine. Diese Proteine werden aus anderen, zugeführten Proteinen gebildet. Ohne eine proteinreiche Ernährung können die Bausteine für das Barthaar also gar nicht gebildet werden. Da schöner Bartwuchs auch von Stabilität und Dicke der einzelnen Haare abhängt, sollten diese gut versorgt werden.

Weiterhin braucht gesundes Barthaar viele Vitamine. Denn Haarfollikel, welche in der Haut sitzen, sind ausgesprochen aktive Körperchen. Sie müssen die Bausteine für das Haar synthetisieren und zusammensetzen. Dies passiert unter Zuhilfenahme von Katalysatoren, Hormonen und Wasser. Katalysatoren und einige Bestandteile des Haares benötigen wiederum auch Vitamine, wobei insbesondere die aus der B-Gruppe zu nennen sind. Biotin ist ebenfalls sehr relevant für die Gesundheit der Haut und der Haarwurzeln und findet sich etwa in Champignons, Eigelb oder Leber. Es gibt auch Biotin-Kapseln.

Weiterhin benötigt gesundes Barthaar auch ein wenig Fett. Denn Fett schützt den Bart, schützt die Haarfolikel und wirkt wasserabweisend. Minimal fettender Bart ist ein gesunder Bart.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein gesunder und gleichmäßiger Bart Proteine, Vitamine, Spurenelemente, Fett und Flüssigkeit benötigt. Zucker und gehärtete Fette sind zu meiden, da sie den Stoffwechsel blockieren und entsprechend auch die Haargesundheit beeinträchtigen können. Eine ausgewogene Ernährung sollte also das Ziel sein, denn dies erhält den Hormonspiegel und sorgt für eine gleichmäßige, starke Haarproduktion.

Die richtige Gesichtspflege und die richtige Bartpflege

Haarfollikel sind genauso empfindlich wie etwa Schweißdrüsen oder Talgdrüsen. Sie können verstopfen und sich entzünden. Außerdem können Hautkrankheiten, wie etwa Pilzerkrankungen oder Entzündungen, die Haarfollikel schädigen. Dies ist zu vermeiden.

Eine regelmäßige Gesichtspflege ist wichtig für einen gesunden Bart. Es genügt indes, das Gesicht zweimal am Tag mit Wasser und sehr mildem Reinigungsmittel zu waschen. Wer unter trockener Haut leidet, sollte von einer entsprechenden Pflegecreme Gebrauch machen. Ansonsten gilt auch hier, dass weniger mehr ist. Denn ein Zuviel kann unter Umständen die Haarfollikel irritieren. Insgesamt sollte an den Stellen, an denen Barthaar wachsen soll, nur leichte und zielführende Pflegecremes verwendet werden.

Die Bartpflege selbst ist indes besonders wichtig, um den Bart gleichmäßiger wirken zu lassen. Dabei sind zwei Sachen besonders wichtig: Eingewachsene Haare sollten unbedingt schnell entfernt werden (sie wachsen nach). Wenn dies mit einer Pinzette nicht möglich ist, sollte ein Hautarzt konsultiert werden. Und scheinbar gereizte Stellen (Rötungen oder leichte Schmerzen) sollten vorerst in Ruhe gelassen werden.

Es stimmt im Übrigen nicht, dass eine regelmäßige Rasur den Bartwuchs fördern würde. Dieser Effekt ist subjektiv und darauf zurückzuführen, dass neu austreibendes Haar dicker ist als das Barthaar an den Spitzen war. Barthaar verjüngt sich (wie jedes Haar) zur Spitze hin. Wird es also “unten” abgeschnitten, bleibt der dicke Teil zurück. Dieser treibt weiter aus, wobei auch er nach einiger Zeit wieder verdünnt wird. Aber für einige Tage bleibt das Haar merklich dicker.

Dann gibt es noch einen sehr einfachen Tipp: Wenn der Bart nicht dicht genug wirkt, lohnt es sich, ihn einmal sechs Wochen wachsen zu lassen. Was nach sechs Wochen nicht dicht ist, bleibt es auch noch vorerst. Entsprechend muss entweder eine andere Bartmode her oder aber der Träger übt sich in Geduld. Nicht jeder Mensch kann jeden Bart tragen, denn die Barthaarverteilung ist bei den Menschen unterschiedlich. Die einen warten mit 32 bis zum Vollbart, die anderen haben ihn mit 23. Das ist normal.

Barthaar ist außerdem empfindlich. Eine tägliche Rasur ist vielen Menschen wichtig, aber wer Bart tragen will, rasiert höchstens aus. Insofern ist es wirklich gut, wenn die gewünschten Bartpartien wirklich in Ruhe gelassen werden. Leichte Bartpflegeprodukte können natürlich angewandt werden, sind aber nur ab einer gewissen Länge wirklich sinnvoll.

Die Gesichtspflege für einen guten Bart besteht vor allem im Sauberhalten des Gesichts und im Gesundhalten der Haarfollikel.

Die Durchblutung anregen

Haarwurzeln brauchen Nährstoffe und die gelangen über das Blut in die Haarfollikel. Eine Gesichtsmassage, das Einmassieren von Masken, Kieselerde oder speziellen Pflegeölen steigern die Durchblutung und können den Bartwuchs fördern, zudem sorgen sie für einen regelmäßigen und schönen Bart.

Sehr praktisch sind diese Anwendungen, wenn die Gesichtsmassage direkt mit einer umfassenden Gesichtspflege kombiniert wird. So werden die Haut und die Haarwurzeln gleichermaßen versorgt.

Fazit

Gesunder und dichter Bartwuchs ist erstrebenswert. Er hängt aber maßgeblich von den inneren Werten – also der Ernährung, dem Testosteronlevel und der Haarfollikelgesundheit – ab. Auf all diese Faktoren hat jeder Bartträger Einfluss, wobei eine Regelmäßigkeit entscheidend ist. Ein dauerhaft gut versorgter Körper kann eben auch dauerhaft schönen Bartwuchs produzieren.